Archiv für den Monat: November 2015

Intuition: Von Fußball über Religion bis Schwingung …

Zunächst muß ich sagen, das Thema behagt mir nicht, zum einen wegen des Gegensatzpaares „Intuition“ – „Verstand“, und zweitens weil Frauen immer meinen, sie hätten „Intuition“, aber für Männer sei diese unerreichbar weil sie zu sehr mit dem „Verstandesdenken“ verbunden seien.

Das ist aber kompletter Unsinn. Es gibt Beispiele zuhauf für Intuition, wo man gar nicht daran denkt. Tore schießen beim Fußball. Ein Tor zu erzielen ist pure Intuition. Das gleiche gilt für das Gegenteil, die „unerklärlichen Reflexe“ eines Torwarts. Oder noch viel elementarer: wenn Kinder laufen lernen, tun sie das intuitiv. Jeder Autofahrer kennt die Intuition, wenn er etwa auf der Autobahn auf der Überholspur fährt und irgendwie merkt, dass auf der anderen Spur einer ausscheren will, obwohl er nicht geblinkt hat.

Gesicht IntuitionWoher kommt das Wort „Intuition“? Ich glaube der Definition des Duden nicht, sie ist mir zu „esoterisch“ und „psychologisch“, da wird mir zu spekulativ von „Unterbewußtsein“ oder dem „Unbewussten“ herumschwadroniert. Mir hingegen fällt dabei das englische Wort „tuition“ ein, es bedeutet „Unterricht“ oder „Lehre“. In-tuition wäre demnach alles, was man nicht lehren oder unterrichten kann. Wie z.B. laufen lernen, oder schwimmen, oder skifahren. Oder Tore schießen. Es gibt ja das berühmte Beispiel vom Tausendfüßler, der gefragt wird, wie er es schafft, die vielen Beine unter Kontrolle zu halten, und nachher nicht mehr laufen kann. Es gibt auch Gebiete, die ohne Intuition auskommen, zum Beispiel wenn jemand eine Sprache lernt oder mathematische Formeln. Alles Berechenbare läuft ohne Intuition ab, ebenso wie Routinearbeiten, etwa die Arbeit eines Rechtsanwaltes, Verwaltung etc.

Es gibt so etwas wie „geistige“ oder „emotionale“ Intuition, das spontane Erfassen von Zusammenhängen. Sie ist nicht alltäglich, das heißt aber nicht, daß sie „göttlich“ ist.

Die göttliche Intuition ist etwas ganz anderes. Sie wird aktiv, sobald „Gott am Ruder unseres Lebensschiffes sitzt“ (wie Jan van Rijckenborgh sich ausdrückte), und verschwindet sofort, wenn sich unser Normalbewusstsein, einer tödlichen Wolke gleich, dazwischenschiebt. Sie bewirkt unmittelbar, dass alle äußeren Umstände, wie widrig sie dem Normalbewusstsein auch erscheinen mögen, zu unseren Verbündeten werden. Sie ist begleitet von einer unnachahmlichen und unverwechselbaren Empfindung von „Selbstironie und Abenteuerlust“, Frische und Heiterkeit, und bei alldem wird klar, was mit dem Christuswort gemeint ist: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kindlein, könnt ihr nicht in das Himmelreich eingehen“.

Wir haben dabei gar nicht die Zeit, Überlegungen anzustellen wie „das gibt’s nicht!“ oder „was ist bloß mit mir los?“, weil die göttliche Intuition uns ganz ausfüllt. Es gibt nichts außer ihr. Sie kennt keinen Unterschied zwischen „Alltag“ und dem Ungewöhnlichen oder zwischen dem „Heiligen“ und „Profanen“. Alles ist spannend, und alles ist Staunen, und es sind nicht wir, die staunen. Die göttliche Intuition „ergreift von uns Besitz“, ist aber weder aufdringlich noch bedrängend.

Religiöse Menschen neigen zu dem Glauben, bei Tätigkeiten in ihrer Gemeinschaft zeige sich die göttliche Intuition in besonderem Maße. Dazu muss gesagt werden: für die göttliche Intuition gibt es keinen Vorrang für „religiöse“ Aktivitäten, in Wirklichkeit gibt es da überhaupt keine Vorrangstellung für irgendwelche Aktivitäten. Es kann wohl sein, dass beim Schreiben eines Ritual- oder Gebetstextes „wir das nicht selber tun“, aber in der Regel ist es doch wieder nichts weiter als Gefallsucht und Konformismus. Es ist immer verdächtig, wenn Menschen nur Beispiele aus dem engeren religiösen Umfeld angeben, wenn sie nach der göttlichen Intuition gefragt werden. Im Gegenteil, jeder, der die göttliche Intuition einmal erlebt hat, weiß, dass sie religiöse Vorstellungen vom Tisch wischt wie eine tote Fliege.

Eine ganz heikle Geschichte ist die Intuition des spontanen Erfassens der menschlichen Schwingung. Diese Schwingung macht die Attraktivität eines Menschen aus und entscheidet alles, und sie gibt Antwort auf Fragen wie „was hat der (bzw. die), was ich nicht habe?“ oder „wie können diese beiden ein Paar sein?“ Sie wird oft als die „Ausstrahlung“ bezeichnet, aber das ist zu wenig. Hinduistische Geheimlehren wussten schon vor Jahrtausenden, dass die Schwingung das tiefste Geheimnis ist.  Wer das bezweifelt, dem sei gesagt: Musik ist auch nur Schwingung.

Das Heikle daran ist, dass ich nicht weiß, ob diese Form der Intuition „natürlich“ oder „göttlich“ ist. Ansonsten gilt nämlich: „natürliche“ und „göttliche“ Intuition gehen nicht ineinander über. Die eine entwickelt sich nicht aus der anderen, noch ist die eine ein Ausfluss aus der anderen.

[Herr M.]

Intuition: Unterscheidung der zwei Lebensfelder

Was bedeutet für Euch Intuition /göttliche Intuition?

Intuition kommt für mich aus dem „Allbewusstsein“. Ein transformierter Impuls aus dem göttlichen Lebensfeld.

Sonst würde ich es eher Inspiration bzw. Idee oder Einfall aus dem irdischen Lebensfeld nennen.

Wie nehmt Ihr den Unterschied zwischen natürlicher Intuition und höherer, göttlicher Intuition wahr?

Gesicht IntuitionDurch die tägliche Praxis des Schülerweges entsteht Unterscheidungsvermögen. Die Wahrnehmung ist innerlich, manchmal nur eine tiefe innere Erkenntnis, die oft auch erst nach einer spontanen Handlung wahrgenommen wird. Es ist ein sehr feiner Impuls, der meines Erachtens einen kurzen Blick ins Allbewusste zulässt, soweit es unserem Bewusstseinszustand entsprechend möglich ist. Die neue Seele ist für mich dabei der Mittler.

Was heißt es, natürlich intuitiv zu handeln? Welche Rolle spielen dabei das Denken und die Gefühle? – Im Unterschied zum Handeln auf der Basis der Intuition der neuen Seele, das heisst, aus der sich verändernden innerlichen Wahrnehmung.

Ich glaube, je mehr Gefühle und das alte „Ego-Denken“ beiseite treten, um so mehr Raum wird frei für die Wahrnehmung der Intuition (die Impulse aus dem Allbewusstsein). Das kann nicht „gewollt“ geschehen. Es verändert sich in dem täglichen Prozess des individuellen Weges, im eigenen Rhythmus. Das Denken verändert sich, die Gefühle treten mehr in den Hintergrund, der neue Seelenkörper entwickelt sich, die Intuition und damit die Erkenntnis nimmt zu – das ist für mich der Prozess.

[Frau D.]

Selbstheilungskräfte

Wohl jeder hat schon beobachtet, dass sich eine kleine Schnittwunde am Finger „wie von selbst“ verschloss und abheilte. Heutzutage ist es fast selbstverständlich geworden, auf die Selbstheilungskräfte des Körpers hinzuweisen und sie in die ärztlichen Therapie einzubeziehen.

Johann Wolfgang von Goethe sagte: Alles Vergängliche ist wie ein Gleichnis.

Paracelsus
Paracelsus

Auf die Menschheit bezogen heißt dies: Wenn der Körper Selbstheilungskräfte besitzt, muss es Entsprechendes auch auf der seelischen und geistigen Ebene geben. Und in der Tat, die alten überlieferten Weisheiten der Völker enthalten konkrete Hinweise, wie der Mensch seine geistigen Selbstheilungskräfte aktivieren und wie er damit wirken kann. Von den drei Elementen, aus denen der Mensch besteht, ist sowohl der Körper als auch die natürliche Seele vergänglich. Aber der geistige Kern jedes Menschen ist unsterblich. Und er enthält das universelle Heilmittel. Wer in seinem „System“ diese heilende Essenz geistiger Kräfte nutzt, setzt damit eine Kettenreaktion mit selbstheilenden Wirkungen in Gang. Wie sieht das konkret aus? Der „schlafende“ Kern wird durch einen energetischen Impuls aus der geistigen Sphäre angestoßen und beginnt mit seinen Strahlungen alle Elemente des menschlichen Systems zu beeinflussen. Dies bewirkt eine tiefgreifende Regeneration im gesamten System. Die Heilung des vom Geist getrennten Menschen setzt ein und der Geistmensch des Urbeginns kann zur Geburt gebracht werden.

Über diesen Transformationsprozess oder Heiligung werden Schüler einer Mysterienschule zu allen Zeiten theoretisch und praktisch unterrichtet. Bis heute erinnern daran einige Wörter, in denen das „Heil“ steckt: der Heilige, Heilkunde, der Heiland (Heilsbringer), der heilige Geist (geistige Kraft), Heilige Nacht (die Nacht, in der der Heiland, Jesus, geboren wurde).

Dieses Geschehen kann heute jeden Tag in einem Menschenherzen stattfinden.

[Redaktion]

Intuition: Die göttliche Gabe und ihr Diener

Wie erlebe ich Intuition?

Unser Handeln basiert auf Intuition. Im täglichen Leben erfahrbar, z.B. im persönlichen Umfeld entsteht ein Bedürfnis. Intuitiv teilt sich dies mit und man handelt entsprechend. Voraussetzung ist natürlich, dass man emotional mit dieser Person oder dem Umfeld verbunden ist.

Im übertragenen Sinn kann auch eine göttliche Intuition den Menschen erreichen, wenn das Innerste darauf gerichtet ist.

Dann fand ich noch einen schönen Spruch von Albert Einstein:

Gesicht IntuitionDie Intuition ist ein göttliches Geschenk,
der denkende Verstand ein treuer Diener.
Es ist paradox, dass wir heutzutage angefangen haben,
den Diener zu verehren
und die göttliche Gabe zu entweihen!

[Frau H.]

Was ist Verantwortung?

Meistens werden soziale, ethische und moralische Kriterien herangezogen, um zu beschreiben, was Verantwortung bedeutet.

Wenn man eine erweiterte Sichtweise unterlegt, findet man den Begriff Antwort. Antworten bedeutet, eine Frage wahrzunehmen und darauf zu reagieren.

Dazu gehört ein „offenes Ohr“, flexibles Denken und die Formulierung der Antwort.

Der stille GefährteVerantwortung beginnt beim eigenen Leben. Das schließt das Hören nach Innen mit ein. Es ist ein intuitives Geschehen. Feine Impulse aus „höheren Sphären“, wie ein ferner Ruf, erinnern den Menschen an seine Bestimmung, an sein eigentliches Lebensziel. Wenn der innerlich berührte Mensch reagiert, indem er sich auf seinen geistigen Ursprung besinnt, formuliert er gleichsam durch sein Leben selbst die Antwort. Er nimmt den Impuls aus der geistigen Sphäre auf und betritt einen spirituellen Weg. Dies ist die umfassendste Art, Verantwortung zu übernehmen.

[Redaktion]

Intuition als Hilfe zu neuem Bewusstsein

Was bedeutet für mich Intuition/göttliche Intuition?

Gesicht IntuitionFür mich gehört göttliche Intuition zu uns, zu jedem. Oft fühlen wir uns abgeschnitten von Gott/vom Göttlichen, aber ich denke nur, weil wir die Kontrolle selbst übernehmen wollen, wir wollen und denken alles selbst zu machen. Doch das kommt meiner Meinung nach vom Ich, denn wir sind nicht abgetrennt von Gott und wir werden geleitet und geführt. Klar wir merken es vielleicht oft nicht, aber gerade wenn eine Situation durchgestanden ist, weiß ich oft warum das geschehen musste und dass mir das, was ich vorher noch als negativ beschrieben hatte, eigentlich eine Hilfe war (auch um zu neuem Bewusstsein zu gelangen).

[Frau K.]

Mein Haus, mein Auto, … meine Seele

Gnosis - Ströme des Lichtes in EuropaKennen Sie den Werbespruch „Mein Haus, mein Auto, meine Yacht“? Viele spirituelle Sucher haben erkannt, dass der Sinn des Lebens nicht darin liegen kann, materielle Reichtümer anzuhäufen. Spätestens am Ende des Lebens müssen wir ohnehin alle diese Schätze preisgeben.

Doch wie steht es mit „Mein Körper, meine Seele, mein Geist“? Ist der Körper, den ich bewohne, wirklich meiner? Habe ich eine Seele? Hermes Trismegistos definierte den Körper als Eigenschaft der Seele – nicht umgekehrt!* Das Ich, das meint, über einen Körper, eine Seele und vielleicht auch noch den Geist zu verfügen, ist eine Illusion. Das trennende „Mein“ ist eine Illusion – weit über materielle Besitztümer hinaus.

*Quelle: Peter Huijs: „Gnosis – Ströme des Lichtes in Europa“, Deutsche Ausgabe von 2005, Birnbach, S. 70

[Redaktion]

Gibt es mehrere Wahrheiten?

Im Evangelium des vollkommenen Lebens* heißt es dazu im Kapitel 90 Was ist Wahrheit?:

„Einer von Ihnen, Thomas, sprach zu den anderen: Was ist Wahrheit? Denn dieselben Dinge erscheinen den verschiedenen Gemütern und sogar dem gleichen Gemüte zu verschiedenen Zeiten verschieden. Was ist also Wahrheit?

KristallUnd wie sie so sprachen erschien Jesus mitten unter ihnen und sprach: Die eine und die ewige Wahrheit ist in Gott allein; denn niemand weiß, was Gott allein weiß, der das All ist im All. Den Menschen kann die Wahrheit enthüllt werden nach ihrer Fähigkeit zu verstehen und zu erfassen. Die eine Wahrheit hat viele Seiten, und einer sieht nur eine Seite, der andere eine andere, und etliche sehen mehr denn eine, so wie es ihnen gegeben ist.

Sehet diesen Kristall: So wie das eine Licht offenbar ist in zwölf Flächen, ja in viermal zwölf, und jede Fläche einen Strahl von dem Lichte zurückwirft und man eine Fläche und ein anderer eine andere anschaut, so ist es doch der eine Kristall und das eine Licht, das in allen scheinet.

Und siehe, wenn einer auf einen Berg stiegt und er einen Gipfel erreicht hat, spricht er: Dieses ist die Spitze des Berges, lasst sie uns ersteigen, und wenn sie diese Höhe erreicht haben, siehe, sie sehen eine andere darüber hinaus, bis sie zu der Höhe kommen, von der keine andere mehr zu sehen ist, wenn sie diese erreichen können.

Also ist es auch mit der Wahrheit.

Die im Tale unten sind, sehen nicht das, was die sehen, so auf dem Berge stehen. Doch allen ist es die Wahrheit wie sie der einzelne Verstand sieht, und solange, bis eine höhere Wahrheit offenbar wird; und der Seele, die mehr Licht empfangen kann, wird mehr Licht gegeben werden“.

Ja, es gibt mehrere Wahrheiten. Allerdings betrifft dies nur die unterschiedlichen Bewusstseinszustände der Menschen. Absolut gesehen gibt es nur eine, die göttliche Wahrheit – in dem Sinn, dass alles aus einem einzigen Quell hervorgegangen ist, und das ist der göttliche Geist.

[Redaktion]

*Das Evangelium des vollkommenen Lebens, Humata Verlag, Bern 1974

Intuition im Alltag: Einkaufen und Wahr-Nehmung

Wie erlebt ihr Intuition im Alltag? Wie läuft der Prozess von Wahrnehmung – Intuition – Handeln im Bewusstsein ab? 

Intuition erlebe ich im Alltag zum Beispiel beim Einkaufen. Mein Körper weiß ziemlich genau, was er braucht und was nicht, aber oft höre ich nicht auf ihn, weil ich denke, dass ich selbst weiß, was gut ist und was nicht. Es geht immer darum, unterscheiden zu lernen. Intuitiv handelt man aber auch gerade auf sozialer Ebene  im Umgang mit Anderen – wir sind soziale Wesen (vergleichbar mit dem Tierreich).

Gesicht Intuition

Wir nehmen ständig irgendwelche Dinge wahr. Schon im Begriff „Wahrnehmung“ stecken die Wörter ‚wahr‘ und ’nehmen‘. Wahrnehmung findet auch auf unterschiedlichen Ebenen statt. Nehme ich ein Gefühl wahr, oder dass ein Käfer über meinen Arm krabbelt,  oder eine Regung in meinem  Inneren , die ich annehme und sich so im Äußeren manifestiert? Ich stelle mir das so vor, dass wenn alles im Einklang ist, eine intuitive Wahrnehmung erfolgt und man  das Angenommene für absolut wahr empfindend durch seine ganzen Vermögen (Haupt, Herz…), dass diese sich am Anfang als Intuition in einem manifestieren kann und so zur Ausprägung nach Außen (=Handlung) kommt.

[Frau K.]