Archiv für den Monat: Dezember 2015

Intuition: Vom „Bauchgefühl“ bis zu göttlichen Impulsen

Was verstehen wir unter Intuiton?

  • Eine plötzliche Eingebung, das bewusste‚ Denken spielt dabei keine Rolle.
    Beispiel: man schlägt ein Buch an der grade passenden Stelle auf.
  • Ein spontanes Wissen, man fühlt sich ruhig.
  • Das Richtige tun, ohne es geplant oder gewollt zu haben.
    Beispiel: bei einer Wanderung schlägt man den richtigen Weg ein.
  • Man kann etwas, z. B. Möbel bauen, ohne es gelernt zu haben.

Kann eine Intuition falsch sein?

Gesicht IntuitionAuf jeden Fall ist sie nicht nur positiv: Hitler oder Stalin waren hoch intuitive Persönlichkeiten, bzw. jeder erfolgreiche Politiker  folgt seinem „Bauchgefühl“. Hier wird deutlich, dass Intuitionen auch auf kollektiven Suggestionen beruhen können. Der Empfänger ist ein Medium.  In diesem Zusammenhang muss auch an eine Überschattung durch Einflüsse äußerer Kräfte gedacht werden.

Intuitionen entstehen also außerhalb des Bewusstseins. Eine bewusste Verbindung mit dem Aurischen Wesen macht theoretisch Intuitionen überflüssig. Das karmatische Wissen kann gezielt abgerufen werden.

Insgesamt: Eine Intuition

  • Erscheint überraschend
  • Hat ihre Quelle im persönlichen oder kollektiven Unbewussten
  • Sie bezieht sich auf eine aktuelle Frage, ein aktuelles Problem
  • Wahrscheinlich initiieren wir sie mehr oder weniger bewusst, indem wir uns über einen gewissen Zeitraum mit einer Frage beschäftigen, ohne durch Überlegungen  eine Antwort zu finden. Der  Chemiker Kekulé konnte die Ringstruktur des Benzols träumen, weil er sich lange mit den Kohlenstoffverbindungen beschäftigt hatte.
  • Auf einer tieferen Ebene tritt Wissen aus körperlichen, ätherischen oder astralen Strukturen ins Bewusstsein.

Wir sollten berücksichtigen, dass sich ein großer Teil bzw. der größte Teil unseres Lebens im halbbewussten Bereich abspielt. Insofern treten Intuitionen im obigen Sinn wohl weitaus häufiger auf, als uns bewusst ist. Meist verarbeiten wir sie allerdings so schnell, dass sie dem Bewusstsein gar nicht auffallen. Beispiel: Autofahren.

Was verstehen wir unter einer „göttlichen Intuition“?

Wir gingen davon aus, dass damit der große Bereich  dessen gemeint ist, was wir Gnosis nennen.

Die Bedingungen dafür:

  • Auf die Lichtkraft ausgerichtet sein
  • leer werden
  • für andere bzw. nicht für sich selbst etwas wollen
  • Sehnsucht nach etwas Höherem

Diese Art Intuition äußert sich in

  • einem Ganzheits-Bewusstsein
  • in existenziellen Brüchen im Leben
  • einem  neuen Bewusstseinszustand/Lebenszustand
  • einer Überzeugung/Sicherheit, dass ich das Richtige im Hinblick auf meinen spirituellen Weg tue.

Insgesamt:

Die „göttliche Intuition“ bezieht sich auf das Wachstum der neuen Seele. Als unbekannter Ätherstrrom bewirkt sie in  uns immer wieder die Entschlossenheit, den Pfad weiterzugehen. Sie stärkt die Verbindung mit den Lichtkräften der Gnosis, indem sie vor allem Unterscheidungsvermögen bewirkt. Intuitiv erkennen wir uns selbst in aller Deutlichkeit. Im Unterschied zur dialektischen Intuition stärkt die „göttliche Intuition“ also die Bewusstseinskräfte. Sie äußert sich nicht sensationell, sondern ihr Erscheinen hat etwas Selbstverständliches, Natürliches, ein inneres zustimmendes Nicken: So ist es. So können wir den Weg im Vertrauen auf diese innere Führung im Licht der Kenntnis gehen. Diese Art der Intuition gleicht einem immer wieder erlebbaren inneren Erwachen und damit ist verbunden ein Zustand von lebendig werden. Denn die Kenntnis ist immer mit dem Freiwerden von Kraft verbunden. Etwas ist noch von Bedeutung: die „göttlichen Intuitionen“ stoßen ein Fenster auf und dann dringt eine klare und kühle Luft herein. Diese belebt uns, aber sie bleibt unserem Wesen fremd. Sie lässt sich nicht in den Dateien unseres Wissensbestandes speichern. Dann verlöscht sie sehr schnell. Die „göttlichen Intuitionen“  sind Energiepakete, die, wenn sie Erscheinen, zur Veränderung genutzt werden wollen, um sich dann wieder schnell dem Griff unseres Bewusstseins zu entziehen.

[Notizen aus einem Nachmittag in einem Zentrum des Rosenkreuzes]

Das Licht des Christus in mir

In was kannst du dich so versenken?
Und kannst du dich dem so hingeben,
dass alles um dich herum unwichtig wird,
dass alles in dir zum Schweigen kommt, –
und der Lärm um dich herum, dich nicht erreicht?

Rose Innerer Quell

Was kann dir so viel Vertrauen schenken,
wo findest du die Sicherheit,
dass du so darin aufgehen kannst?
Und kannst du dich dem so selbstverständlich hingeben,
dich so verbunden wissen, egal, wo du dich befindest?
Was ist dir so nah?

[Redaktion]

Frei-Raum für alles, was da kommen kann

Je mehr Hingabe mir möglich ist  –  „Herr was willst Du, was ich tun soll ? –   Dein Wille geschehe“   –  um so mehr kann ich wahrnehmen, um so mehr wird mir bewusst. Für mich ist es wie ein Geschenk, für das ich bereit bin (nicht mehr und nicht weniger).

Gesicht IntuitionIm Alltag läuft es für mich so am besten ab, wenn ich für eine Situation alles tue, was ich kann (und wie ich es im Moment kann), mit dem Gedanken, dass meine Handlung oder mein Verhalten so sein sollte, wie es für alle Beteiligten am besten ist. Dann lasse ich es los und sehe was kommt. Also möglichst ohne feste Vorstellungen, wie etwas zu sein hat. Das heißt, ich gebe den Raum frei für Alles was da kommen kann. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn mir das gelingt, dann geschehen reine Wunder, denn es geschehen Dinge, die ich mir in meiner begrenzten Vorstellung niemals hätte wünschen oder auch nur ausdenken können.

Also dadurch, dass ich mich mit diesem vollkommenen Vertrauen, dass alles was geschieht absolut richtig ist, hingeben oder öffnen kann, entsteht das Vollkommene! Im Kleinen wie im Großen, auf allen Ebenen. Dazu ist es aber nötig, dass ich mir das immer wieder ins Bewusstsein hebe.

Natürlich stehen mir auch oft meine Gefühle oder mein Denken im Wege aber der Prozess findet statt.

Die Wahrnehmung der Intuition ist für mich wie ein Blitzgedanke im Herzen. Die Handlung kann nicht willentlich geschehen. Ich glaube das Handeln der Intuition entsprechend kann nur spontan geschehen, wenn es im Bewusstsein verankert ist. Wenn mein Ego-Wille dazwischen steht funktioniert es nicht.

[Frau D.]

Geist und die Realität der Wiedergeburt

„Wenn der Geist eine Funktion in der Welt hat,Beuys-Sünnerfilm
dann ist die Wiedergeburt keine Glaubensfrage, sondern eine Realität.“

(Joseph Beuys, Künstler)

Um sich dieser Aussage annähern zu können, kann man mit zwei Thesen beginnen:

  1. Es gibt eine Welt des Geistes, die uns Erdenmenschen nicht zugänglich ist.
  2. Diese Wiedergeburt hat etwas mit dem Geist und dem Menschen zu tun.

Pendelzeichnung

Zwischen beiden Thesen liegt zunächst eine Kluft, die aber mit den Aussagen alter Weisheit überbrückt werden kann.

Sie sagen Folgendes: Der irdische Mensch ist sterblich, unvollkommen und existiert hier wie im Exil. Sein ursprüngliches Lebensgebiet ist die göttliche oder geistige Sphäre. Eine göttliche Schöpfung wie das menschliche Wesen kann nicht verloren gehen, sie ist unlösbar mit ihrem Schöpfer verbunden.

In jedem Erdenleben, also in jeder Inkarnation auf der Erde gibt es eine Möglichkeit der Wiedergeburt. Der Mensch muss daher nichts glauben, sondern er kann innerlich wissen, dass die Rückkehr in den ursprünglichen Zustand des geistigen Lebens zu einer Realität werden kann. Unter welchen Voraussetzungen? Es beginnt damit, dass sich der Mensch in seinem Inneren des geistigen Kerns bewusst wird. Er ist der energetische Verbindungspunkt zur geistigen Sphäre. Wird der Kern aktiviert, übertragen sich seine hohen Schwingungen nach und nach auf den ganzen Menschen. Es setzt die Wiedergeburt ein mit der Folge, dass das Bewusstsein in die Realität der geistigen Welt eintauchen kann.

[Redaktion]

Natürliche und göttliche Intuition

Natürliche Intuition

Es gibt für mich im Alltag zwei Möglichkeiten, wie ich an eine äußere Situation oder Anforderung herangehe:

  • entweder ganzheitlich, spontan; typisch für die Funktion der rechten Hirnhälfte; oder
  • analytisch, planmäßig, strukturiert, was der Funktion der linken Hirnhälfte entspricht.

Der Begriff „Intuition“ beschreibt die erste Möglichkeit der Herangehensweise, während die zweite Art mit „Rationalität“ gekennzeichnet werden kann.

Gesicht IntuitionIntuition steht demnach im Gegensatz zu einem Handeln, dem ein systematischer, bewusster und linearer Denkprozess vorausgeht. Sie ist für mich eine Aktion, ohne vorherige Reflexion, ein spontanes Handeln aufgrund eines unmittelbaren, empfindungsmäßigen, mehrdimensionalen Erfassens. Das Wesentliche (z.B. einer Situation, eines Menschen) wird von innen gleichsam erspürt. Es ist ein inneres, ätherisches Wahrnehmen einer äußeren Realität und ein Handeln daraus. Der Kontext ist eine bestimmte geistige oder moralisch-ethische Grundhaltung.

Der Verstand kann in diesem Geschehen eine dienende, unterstützende Funktion einnehmen, kann aber auch als störende, hemmende Kraft wirken.

Auf der Ebene der Persönlichkeit erleben wir also ein Erkennen und Handeln im Spannungsfeld von ganzheitlich/spontan und analytisch/systematisch.

Göttliche Intuition

„Göttliche Intuition“ ist für mich die Erfahrung einer „inneren Stimme“. Sie teilt sich der Persönlichkeit mit, ist aber nicht Teil der Persönlichkeit. Sie kann als ein plötzliches inneres Erkennen, als ein blitzartiges Erleuchtetsein, das aus dem tiefsten Wesen des Menschen auftaucht, erlebt werden. Sie schenkt Einsichten und Antworten auf suchende Fragen, die den inneren Weg betreffen. Sie zeugt von einer Dimension im Menschen, die außerhalb und unabhängig von seiner zeiträumlichen Natur existiert.

Neben diesen meist selteneren, sich deutlich abhebenden kurzen Momenten kann sich diese Stimme sehr leise, z.B. als eine innere Resonanz beim Lesen gnostischer Texte und bei Tempeldiensten oder als innere Führung bezüglich des nächsten Schrittes auf dem Pfad und auch als warnendes „Stopp“ in Augenblicken der Versuchung melden.

Intuition in diesem Sinne ist vor allem im Herzen erfahrbar und führt zur Glaubensgewissheit und innerer Klarheit bezüglich des spirituellen Weges.

Vergleich

Natürliche Intuition im Alltag hat als Basis das Ich, das bestimmte Absichten und Ziele verfolgt. Akteur ist die Persönlichkeit. Das Handeln daraus dient der Bewältigung des persönlichen Lebens.

Göttliche Intuition kommt aus dem tiefsten, unbegrenzten Wesen des Menschen und setzt eine suchende, das Ich negierende Lebenshaltung voraus. Akteur ist das Göttliche Wesen im Menschen. Ein Handeln daraus dient dem Weg der Befreiung des Mikrokosmos aus der natürlichen, d. h. vergänglichen  Natur.

[Frau G.]

Was ist Disziplin?

Hugo Stein, Prag: Der Golem
Hugo Stein, Prag: Der Golem

Das Nachdenken darüber führt mich zu der Frage:

Wieviel Ego möchte ich meinen Mitmenschen zumuten?

Das bedeutet doch, dass ich mich selbst in meinem Tun und Lassen beobachte und dadurch das Maß der Selbstbehauptung vermindern kann, also auf diese Weise zu Selbst-Disziplin gelange. Denn egozentrisches Verhalten ist in den allermeisten Fällen der Auslöser für Konflikte, für Probleme und Schwierigkeiten mit anderen.

Disziplin ist demnach Arbeit an sich selbst, Einsicht zu gewinnen bis in die Tiefen des eigenen Wesens, wo die Kräfte des Ichs rumoren. Diese Selbsterkenntnis kann der Beginn eines spirituellen Weges sein, der aus dem „disziplinlosen“ Leben herausführt.

[Redaktion]

Morgenröte im Aufgang: Hommage à Jacob Böhme am 17.1.2016 in Hannover

Morgenröte im Aufgang Jakob BöhmeAm Sonntag, den 17. Januar 2016 zeigt die Stiftung Rosenkreuz den Film

Morgenröte im Aufgang: Hommage à Jacob Böhme

im „Kino im Sprengel“ in Hannover. Die im Film gesprochenen Worte sind Originaltexte aus der 1730 veröffentlichten Gesamtausgabe.

Der deutsche Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph Ritter von Schelling sagte über Böhme:

„Man kann nicht umhin, von Jacob Böhme zu sagen, er sei eine Wundererscheinung in der Geschichte der Menschheit und besonders in der Geschichte des deutschen Geistes.”

Weitere Informationen hier bei der Stiftung Rosenkreuz.

Lektionen

Wer den Pfad der Befreiung beginnt, wird bald erfahren, dass ein Thema meistens nicht „abgehakt“ ist, wenn es ein Mal in einer bestimmten Situation erkannt und losgelassen wurde. Vielmehr ist es so, dass uns die gleichen Themen wie auf einem Spiralengang immer wieder begegnen.

Solange wir eine Lektion nicht begriffen haben, werden uns die Themen in ähnlichem Gewand daran erinnern. Zum Beispiel geraten wir an einem bestimmten empfindlichen Punkt immer wieder in Streit mit anderen – so lange, bis wir gelernt haben, den wunden Punkt in uns selbst zu erkennen und nicht im Gegenüber. Oder: RauhreifJemand hat eine besonders schöne Wohnung, möchte dort bleiben – und wird aufgrund bestimmter Lebensumstände zum Umzug gezwungen. Es fällt ihm schwer, doch er findet wieder eine tolle Wohnung – und muss später auch diese verlassen.

Haben wir hingegen eine Lektion begriffen, dann ist ein Stück des Weges freigelegt. In aller Regel bedeutet das nicht das Ende der Lektionen, sondern, dass die Lektionen subtiler werden, sich auf eine feinere Ebene verlagern.

[Redaktion]