Archiv für den Monat: April 2016

Sein und Schein: Unterscheidung der Ebenen

Niemand kann sich den stets stärker einstrahlenden Schwingungen des Aquarius-Zeitalters entziehen. Einzelne Menschen und Gruppen reagieren auf verschiedenen Ebenen auf diese Impulse. Aus Rosenkreuzer-Sicht gibt es neben der Erkenntnis, dass alles Leben im Grunde untrennbar verbunden ist, auch die ebenso wichtige Aufgabe, die Wirkungsbereiche zu unterscheiden, in denen der „Ruf“ aus der höheren/geistigen Sphäre seine Wirksamkeiten entfaltet. Nicht umsonst wird von Sein und Schein gesprochen. Der Schein wird mit der Formenwelt, mit Unvollkommenheit und Vergänglichkeit assoziiert. Die Welt des Geistes, die Ewigkeit sendet ihre Strahlung zur Menschheit – ihre Qualität ist nicht in der Zeit zu verwirklichen.

Januskopf
Januskopf

Der heutige Mensch könnte damit aufhören, den ursprünglichen Zustand des unsterblichen göttlichen Menschen in der vergänglichen Formenwelt zu imitieren. Die so ersehnte Einheit kann nicht gelingen, wenn sie auf der Basis egozentrischer Persönlichkeiten aufgebaut wird. Es geht um eine fundamentale Verwandlung jedes Einzelnen. Die Welt mit all ihren Gegensätzen ist der Schauplatz, auf dem sich diese Verwandlungsprozesse vollziehen können. Ihre Gegensätzlichkeit wird die Welt dabei nicht verlieren. Sie kann die Menschen immer wieder an das hohe Ideal der göttlichen Sphäre, dem absoluten Sein, erinnern, wird ihm in ihrer Vergänglichkeit jedoch nie entsprechen.

Eine ausführlichere Darstellung zu diesem Thema finden Sie im zweiten Seminarteil: „Der Mensch in zwei Welten“.

Das Leben ist all die Mühen wert, wenn der Mensch eine Brücke bildet zwischen Zeit und Ewigkeit. Die geistige Sphäre braucht Formen und menschliche Herzen, Häupter und Hände, um sich in der Welt offenbaren zu können. Diese Formen werden jedoch immer nur unvollkommene und vorübergehende Werkzeuge sein, niemals Selbstzweck.

[Redaktion]

Die Intuition der neu werdenden Seele

Intuition empfängt Eindrücke, die oberhalb des Wahrnehmungsbereichs der Sinnesorgane liegen. Es gibt Intuition auf verschiedenen Stufen, z. B. wie der Instinkt der Tiere auch beim Menschen auf der Persönlichkeits-Ebene, aber auch in Verbindung mit höheren astralen Ebenen, je nach dem Reifezustand der Seele.

Gesicht IntuitionWie nehmt Ihr den Unterschied zwischen natürlicher Intuition und höherer, göttlicher Intuition wahr?

Beispiele für intuitives Wahrnehmen auf der Persönlichkeitsebene: man spürt, dass es einem nahe stehenden Menschen schlecht geht oder dass Gefahr droht. Es gibt Menschen, die Ereignisse voraus sehen können. Oder auch „Gedankenübertragung“. Man kann die innere Bewegtheit oder das psychische Wesen eines Menschen wahrnehmen.

„Göttliche“ Intuition dagegen ist das Erkennen der Wahrheit oder auch der Einheit; dessen, was über Sympathie und Freundschaft hinaus geht oder auch das Wahrnehmen des göttlichen Wesens in anderen Menschen.

Wie erlebt Ihr Intuition im Alltag?

Beispiel: die Begegnung mit einem anderen Menschen macht mir ein ganz ungutes Gefühl. Im Denken tauchen dann Bilder aus der Erinnerung an ähnliche Erlebnisse auf oder andere Assoziationen, die in mir bewusst oder meist eher unbewusst zu einem Urteil über diesen Menschen führen: z.B. der lügt, der ist nicht echt, arrogant, der will mir was. Und dem entsprechend ist mein Handeln: es kommt zu Streit oder ich meide in Zukunft die Begegnung.

Die Intuition der neu werdenden Seele erfasst dagegen viel weiter: sie fühlt keinen Angriff auf der Persönlichkeits-Ebene, sondern nimmt den anderen Menschen auch in seinem Suchen nach höherem Leben wahr und weiß, dass er wegen seiner karmischen Prägung nicht anders handeln kann. Das Gefühl ist Liebe und das Denken kann eine Frage formulieren, wie die Situation zu klären ist oder dem anderen zu helfen ist.

[Frau M.]

Strukturen brechen auf – Chancen zur Erneuerung

Schiff vor GriechenlandIm Großen wie im Kleinen, im „Außen“ und „Innen“ brechen Strukturen zusammen. Viele Menschen empfinden, dass sie keine Kontrolle über ihr Leben haben. Ein Bild dafür ist der Steuermann auf dem Schiff, der das Steuerrad emsig mal nach links, mal nach rechts dreht, bis er endlich erkennt, dass sein Steuerrad gar nicht mit dem Ruder verbunden ist. Wenn er diesen Schock aushält und seine vermeintliche bisherige Aufgabe als Steuermann loslassen kann, kann er seine tatsächliche Lebensaufgabe ergründen. Die Doppeldeutigkeit des Begriffs „Aufgabe“ ist durchaus hilfreich, wendet man sie auf den Eigensinn und die egozentrische Weltsicht an.

Im Aufbrechen überkommener Strukturen und dem (vermeintlichen oder tatsächlichen) Kontrollverlust sehen wir großes Potenzial zur Erneuerung. Während wir vieles, was uns auf unserer Lebensbahn begegnet, nicht kontrollieren können, haben wir doch die Freiheit, unseren Lebensschwerpunkt selbst zu wählen. Der von vielen empfundene Zeitdruck drängt uns immer stärker dazu, diese Entscheidung möglichst bewusst zu treffen. Wir müssen uns täglich für und gegen bestimmte Möglichkeiten entscheiden, die das Leben uns anbietet, denn die Zeit reicht nicht, um alles, was wir uns vielleicht wünschen mögen, nach einander auszuführen. Nach einer bewussten Entscheidung können wir erleben, wie wir vollkommen in einer Tätigkeit aufgehen – wir tauchen gleichsam in eine Sphäre der Zeitlosigkeit ein. In diesem Zustand können wir unser Ich vergessen und die Erneuerung erhält ihre Chance …

[Redaktion]

Das Licht strahlt in den Mikrokosmos

Im dritten Seminarteil, Der Mensch, ein vielschichtiges Wesen“, ist vom Mikrokosmos die Rede: dem unsterblichen Teil des menschlichen Systems, in dem die Essenz der Erfahrungen der vorangegangenen Inkarnationen aufgezeichnet ist. Den Mikrokosmos kann man als System energetischer Kraftlinien sehen, das den physisch sichtbaren Menschen wie eine Kugel umgibt.

Alfred BastDas Bewusstsein wirkt wie ein Scheinwerfer, der bei den Wendungen des Lebens den Fokus mal auf diesen, mal auf jenen Aspekt in dieser Kugel richtet. Ein Anzeichen wachsenden Bewusstseins liegt darin, nicht mehr wie ein Automat die inneren Impulse ausleben zu müssen, die dem Menschen gerade vom Scheinwerfer gezeigt werden. So muss der Sucher nicht (mehr) von einem Extrem zum anderen pendeln. Der Lichtkegel wird breiter – der Mensch erkennt eine größere Bandbreite dessen, was in ihm angelegt ist. Dazu zählt einerseits all das Irdische – scheinbar „Dunkles“ ebenso wie scheinbar „Helles“; Eitelkeit, Stolz, Boshaftigkeit ebenso wie Güte, Freundlichkeit und Nachgiebigkeit. Beide Seiten können der Selbstbehauptung dienen. Auf einer ganz anderen Ebene, jenseits aller Polarität, wirkt das Göttliche im Menschen, der Geistfunken. Er kann nicht „gesehen“ oder „ergriffen“ werden, er „gehört“ dem Menschen nicht, aber seine Wirksamkeit ist erfahrbar.

Der Mensch lernt, die verschiedenen Ebenen des Lebens in sich zu unterscheiden, zu verstehen und zu akzeptieren – ohne gegen irgend etwas ankämpfen zu müssen.

Er wird zum Beobachter, der seine Aufmerksamkeit zunehmend auf den Urquell allen Lebens richtet. Dabei verabschiedet er sich von seiner bisherigen, begrenzten Sichtweise und seinen Urteilen.

[Redaktion]

Kalender-Spruch April 2016

Unabhängig von der Richtung des Windes geht die Sonne immer dahin, wo sie hin muss.

(aus Afrika)

Entwicklungssprung in der EvolutionDie Sonne folgt in ihrem Lauf – wie jedes Gestirn – einem Naturgesetz, das dafür sorgt, dass sich die Bewegungen aller Himmelskörper in Harmonie vollziehen. Sterne werden geboren, leuchten am Himmel und sterben. Was auch geschieht, wie auch die Winde wehen – das Gleichgewicht zwischen anziehenden und abstoßenden Kräften hält die Sterne in ihren Bahnen.

Für den Menschen als Mikro-Kosmos gilt dies ebenso. Seine Kreisbahn vollzieht sich zwischen Diesseits und Jenseits. Der Kreislauf von Geburt und Tod wird durch das Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma) erzeugt. Unabhängig davon, woher die Winde des Lebens wehen – diese vorgezeichnete Spur kann der Mensch nicht ohne weiteres verlassen – es sei denn, seine inneren energetischen Verhältnisse ändern sich grundlegend. Wenn der Mensch einen spirituellen Weg einschlägt und sich mit den Kräften des Geistes verbindet, werden die anziehenden irdischen Kräfte nach und nach weniger und die anziehenden Kräfte der göttlichen Sphäre werden stärker.

[Redaktion]