Archiv für den Monat: Mai 2016

Drei Wege des Lernens

Der chinesische Philosoph Konfuzius sagt:

„Es gibt drei Wege des Lernens:

  1. durch Nachahmung, das ist der einfachste,

  2. durch Einsicht, das ist der schwierigste,

  3. durch eigene Erfahrung, das ist der bitterste“.

Wer einen spirituellen Weg betritt, lernt natürlicherweise zuerst durch Nachahmung. Sei es, dass  er seine Weggenossen beobachtet oder die Anweisungen eines Lehrers befolgt und ausführt. Learning by doing.

SchmetterlingNach und nach entsteht ein Begreifen der Lehren und der Praxis des Schülerweges. Die Einsicht in die Zusammenhänge des Lebens, der Welt und der Menschheit wächst und vertieft sich. Dadurch werden häufig die eigenen Anschauungen, Werte und Maßstäbe in Frage gestellt. Nun gilt es, diese loszulassen oder umzuformen und die neuen Vorgaben anzunehmen. Nicht so leicht fällt es, die gewonnenen Einsichten in die Tat umzusetzen. Was der Kopf begreift, benötigt manchmal einen langen Weg bis in ein verändertes Handeln. Die Korrekturen im Denken können letztlich nicht von denen des Empfindens und Handelns getrennt werden.

Auf dem spirituellen Weg macht der Schüler vielfältige Erfahrungen: mit seinen Mitschülern, mit dem Gruppengeschehen, mit den äußeren Veränderungen seines  Lebens und mit sich selbst, genauer: mit dem inneren Auf und Ab, das Ringen mit den Widerständen, das Fallen und wieder Aufstehen. Je mehr sich die geistige Kraft in seinem Lebenssystem ausbreitet, desto deutlicher erkennt der Schüler seine Selbstbehauptung, seinen Selbstbetrug, seine Egozentrik. Das ist schmerzhaft. Doch auch die bittersten Erfahrungen verwandeln sich in Freude, wenn der Schüler bereit ist, sich vollkommen der innerlichen geistigen Kraft zu übergeben. Sie manifestiert sich in der erneuerten Seele, die allmählich die Führung im Leben übernimmt.

Der Schüler einer Mysterienschule geht alle drei Wege des Lernens, nicht hintereinander, sondern gleichzeitig und im Wechsel.

Mehr zu diesen Themen finden Sie in den Seminarteilen 5, Die Bedeutung der Persönlichkeit, und 6, Die Lehre und der Weg.

[Redaktion]

Zum 5. Seminarteil: Die Bedeutung der Persönlichkeit

Januskopf
Januskopf

„Lässt ein Mensch aber die geistige Welt in sich zu und erkennt sie als das Absolute, so kommt alles Natürliche an seinen richtigen Platz, wird neu geordnet und wird zum Ausdruck des Geistigen“.

Quelle: Gnosis als innerliche Religion, DRP Verlag 1997, Kristallreihe Nr. 5

Der fünfte Teil des Online-Seminars behandelt die Bedeutung der Persönlichkeit. Hier finden Sie weitere Blog-Beiträge zum Stichwort Persönlichkeit.

Wird das Licht durch tapfere Kämpfe errungen?

Sterntaler
Sterntaler

„Die Oberflächlichkeit vieler Sagen, Legenden und Mythen besteht darin, dass der Ritter den Drachen durch kultivierte Tapferkeit besiegt. Aber von Tapferkeit ist keine Rede! Wer das Licht des anderen Reiches in sich verankert, steigt über alle Furcht hinaus. Die Furcht ist aus seinem Leben verschwunden; vom Passieren des Torwächters durch gewaltige Kämpfe und Beweise großer Tapferkeit und viel Mut ist keine Rede.“

Jan van Rijckenborgh in den Erläuterungen zu „Das Nykthemeron des Apollonius von Tyana“

Kalender-Spruch Mai 2016

Boot_Sommerakademie„Stoß nicht mit dem Fuß den Einbaum weg, der dich zum Ufer gebracht hat.“

(aus Afrika)

Allgemein gesprochen geht es darum, dass wir die Hilfen, die wir im Leben erhalten, als solche würdigen und nicht entwerten, sondern dankbar dafür sind. Zum Beispiel kann ein Erwachsener seine alten Eltern darin unterstützen, in Ruhe und Würde alt zu werden.

Wer einen spirituellen Weg geht, benötigt dazu ein Fahrzeug. Die Persönlichkeit ist der Einbaum. Mit ihr reisen wir dem geistigen Ziel entgegen. Die Persönlichkeit mit ihren drei feinstofflichen Umhüllungen bildet mit Seele und Geist eine untrennbare Einheit im menschlichen Lebenssystem, im Mikro-Kosmos. Auch wenn der Stoffkörper eines Tages stirbt, dient er bis dahin als Instrument, um mit Hilfe der fünf Sinne Erfahrungen in dieser Welt zu machen. Sie bilden die Grundlage, um zur Welt- und Selbsterkenntnis zu gelangen und damit zur Bewusstseinsveränderung im Sinn einer Höherentwicklung.

Die Persönlichkeit verschafft uns die äußeren Möglichkeiten, den Pfad des Mysterienschülers praktisch zu gehen, zum Beispiel um spirituelle Zusammenkünfte und Tempeldienste zu besuchen. Sie trägt den Mikro-Kosmos über die Lebenssee – bis zum Ziel. Es ist das Ufer des göttlichen Gebietes, wo sich das erneuerte Seelenbewusstsein und der Geist begegnen.

Im 5. Teil des Online-Seminars wird die Bedeutung der Persönlichkeit ausführlich erörtert.

[Redaktion]

Intuition: Vom Instinkt über die Persönlichkeit – und darüber hinaus

Intuition findet auf der emotionalen Ebene (Astralkörper) statt. Es ist ein Empfinden, Spüren, ein Wahrnehmen von aktuellen Notwendigkeiten.

Gesicht IntuitionIn der Tierwelt ist es der Instinkt, der beim Menschen von der prä-personalen bis zur personalen Phase führt, aber dann beim Übergang in die trans-personale Phase gegen Null geht. Dann kann eine über-irdische (göttliche) Intuition empfangen werden.

Diese Intuition (Gefühl, fühlen, astral) wiederum ermöglicht dann eine dementsprechende Inspiration (Gedanken, denken, mental).

Das Resultat von beiden ist dann eine Imagination (Tun, wollen, Äther), eine Dynamisierung, eine Umsetzung einer in ein Bild, ein Symbol gegossenen Vorgabe (Order, Befehl), woher der Wind, göttlich oder nicht, auch weht.

[Herr A.]