Archiv für den Monat: Juni 2016

Intuition: Spontaneität und kreative Prozesse

Was heißt es, natürlich intuitiv zu handeln?

 Was bedeutet hier „natürlich“?  –  Ist damit Spontaneität gemeint?

Dann bedeutet das für mich eine Handlungsweise, die ich in dem Moment vielleicht gar nicht erklären könnte, die sich aber richtig und stimmig anfühlt und auch vom Denkvermögen als wahr erkannt und angenommen wird – hinterher, denn so schnell ist das Denken meist nicht. Intuitives Handeln beinhaltet für mich und basiert auf einem großen Vertrauen in Werte, Kräfte und Energien, die bereit sind, sich zu offenbaren, und die nicht beiseite geschoben werden wollen.  Hier, in dieser Spontaneität, habe ich auch das Gefühl und erlebe auch, dass der Denkapparat einfach umgangen wird zugunsten einer schnellen Lösung auf der Basis höherer Seelenqualität. So gesehen scheint mir intuitives Handeln als die Umsetzung einer unbewussten Erkenntnis oder Wahrnehmung unter Nichtberücksichtigung oder Umgehung der bekannten Denkvorgänge, die mit angesammeltem Wissen und mit Erinnerungen arbeiten.

Gesicht IntuitionWobei ja auch Wissen und Erinnerungen sich immer mehr verändern und damit eine neue Betrachtungsweise möglich machen. Hier scheint mit der Zeit manches immer mehr ineinanderzugreifen, was früher durchaus unterschiedlichen Bereichen angehörte.

Wie erlebt ihr Intuition im Alltag? Wie läuft der Prozess von Wahrnehmung – Intuition –  Handeln im Bewusstsein ab?

Am deutlichsten spüre ich dies intuitive Geschehen, wenn ich ein Gedicht schreibe oder male, also in kreativen Prozessen. Das kann so weit gehen, dass wie aus einem geöffneten Wasserhahn die Worte herausfließen oder das Bild sich malt. Wobei ich trotzdem das Empfinden habe, ohne meinen Wortschatz oder mein Wissen von z. B. Farbmischungen und Techniken könnte nicht zustande kommen, was dann entsteht. Wir stellen uns einander zur Verfügung. Und manchmal denke ich, das kann gar nicht allein aus mir heraus kommen. Das ist eine Inspiration aus trans- oder suprapersonalen Ebenen, die durch mein in dem Moment transparent gewordenes Tagesbewusstsein einfließt.

[Frau A.]

Intuition: Ein Fließen aus unmerklichen Anfängen in weitere Gefilde

Dieser Fragenkomplex über Intuition ist etwas, was mich seit längerem immer wieder berührt, beschäftigt und angeschaut werden will. Durch dies immer wieder Hinschauen meine ich, einen Prozess zu erkennen, der aus unmerklichen Anfängen in weitere Gefilde führt. So gesehen ist bei einer Beschreibung immer nur eine Momentaufnahme von etwas möglich, das eigentlich fließt, in steter Veränderung ist. Es ist nicht einfach, dafür Worte zu finden, aber ich will es mal versuchen. Und nicht zu vergessen: Dies sind Worte von heute, aus diesem Moment heraus … Vielleicht sähen sie morgen anders aus.

Was bedeutet für euch Intuition?

Gesicht IntuitionIntuition ist für mich die Qualität einer Wahrnehmung, die ich nicht willkürlich abrufen kann. Sie ermöglicht mir  Einsicht und Erkenntnis, ja Hilfen  aus einem Bereich, der meinem Tagesbewusstsein normalerweise verschlossen ist. Diese steigen aus dem tiefsten Inneren auf und in dem Moment weiß ich: Ja, so ist es, das ist wahr, stimmig.  Oder: Hierhin führt der nächste Schritt.  Intuition wird für mich möglich, wenn ich die anstehende Thematik so tief wie es mir möglich ist studiert, ergründet und in mir bewegt habe – wenn ich das meinige gegeben habe. Dann ‚übernimmt‘ quasi eine andere ‚Institution‘ und hilft weiter. Auf diese Weise wird die Wahrnehmung und Erkenntnis aus einer höheren Quelle gespeist, die dann meine Gegebenheiten, Fähigkeiten und Talente nutzt, um zum Ausdruck zu gelangen.

Wie nehmt ihr den Unterschied zwischen natürlicher Intuition und höherer, göttlicher Intuition wahr?

Diese Grenzlinie empfinde ich manchmal als schwimmend, für mich nicht immer klar erkennbar, bzw. verschwindend. Zunächst habe ich unterschieden zwischen einerseits natürlichen Impulsen, die ich mehr dem instinktiven Bereich zugeordnet habe und die auch das praktische Alltagsgeschehen betrafen. Und dann den Intuitionen, die den seelisch-geistigen Bereich betrafen. Mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher, ob diese Betrachtungsweise richtig ist, denn wenn ich „mein Denken im Licht halte“, ergibt sich für mich der Eindruck, dass Intuitives auch in den natürlichen Bereich vordringt.

[Frau A.]

Was ist Gnosis?

GNOSIS ist Erkenntnis – die Erkenntnis des äußeren und des inneren Menschen.

GNOSIS ist Erkenntnis Gottes.

GNOSIS ist die Antwort auf die Fragen nach Ursache und Schicksal der gegenwärtigen Existenz des Menschen und der Welt.

GNOSIS kann nicht gelehrt, studiert und geübt, kann nicht durch Meditation und Gebet erzwungen werden.

GNOSIS entsteht nicht aus dem Verstand oder aus dem Gefühl oder durch noch zu erweckende Sinnesorgane.

GNOSIS gründet sich weder auf das Diesseits noch auf das Jenseits.

Universum

GNOSIS ist ein Weg, ist Selbsterfahrung, Selbsterkenntnis und Überwindung der inneren, kristallisierten Charakter-Strukturen.

GNOSIS entsteht aus dem Geistigen, ist innere Erkenntnis durch Offenbarung.

GNOSIS ist Lernen und Veränderung und entsteht erst dann, wenn die Ichheit überwunden wird, damit der Geistseelen-Mensch wiedergeboren werden kann.

GNOSIS ist Überwindung des Irdischen, ist Befreiung vom Diesseits und Jenseits, ist Wiedergeburt und Erlösung.

GNOSIS ist vielfach versucht und imitiert, ist vielfach kritisiert und verurteilt worden.

Doch:

GNOSIS besitzt nur, wer sich selbst überwindet und verändert.

Denn:

GNOSIS ist der Beginn der Vollendung des Menschen, und die

GNOSIS Gottes ist das Ende der Vollendung.

Ergänzung zum sechsten Seminarteil: „Die Lehre und der Weg“.

Kalender-Spruch Juni 2016

„Wer macht, was sein Vater nicht gemacht hat, wird sehen, was sein Vater nicht gesehen hat“.

(Aus Afrika)

Aussicht in Island
Exponierte Fernsicht (Island)

Wenn Kinder erwachsen geworden sind und das Elternhaus verlassen haben, beginnen sie eigene Wege zu gehen. Äußerlich betrachtet unterscheidet sich ihr Lebensweg meistens von dem des „Vaters“. Die Zeiten haben sich verändert. Jede Generation beeinflusst den Zeitgeist und wird von ihm geprägt.

Innerlich leben die „Kinder“ oft in der Tradition des Elternhauses weiter, zum Beispiel hinsichtlich der Wertvorstellungen, der Weltanschauung und des Glaubens.

Es gibt auch „Kinder“, die im Lauf des Lebens innerlich die Ahnung von etwas Größerem verspüren, das weit über die persönlichen Gegebenheiten hinausreicht. Etwas, was sich unabhängig von ihrem äußeren Leben entfalten will. Der Wunsch nach Erneuerung des eigenen Lebens wird spürbar und die Suche nach dem ganz Anderen beginnt. Was kann  diese Sehnsucht stillen? Das Gesetz der Resonanz führt diesen Menschen zu einem spirituellen Quell, der mit der Qualität der Sehnsucht übereinstimmt. So beginnt eine Art Doppelleben, wobei das äußerliche Leben allmählich zurücktritt und der geistige Weg für die Lebensgestaltung bestimmend wird.

Wer einen spirituellen Weg beschreitet, „sieht“ Dinge, die sein „Vater“ nicht gesehen hat.

Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) formuliert den afrikanischen Spruch positiv:

„Man muss Neues machen, um etwas Neues zu sehen“.