Archiv für den Monat: Juli 2016

Konferenz in Bad Münder: „Schweigezeit“

Stillefigur„Kehre in Dich selbst ein, und es wird kommen. Wolle es, und es wird geschehen. Bringe die sinnesorganischen Wirkungen des Körpers zum Schweigen, und die Geburt des Göttlichen wird eine Tatsache werden“.

Hermes zu Tat

 

 

 

Wir haben diesen kurzen Auszug aus dem Gespräch von Hermes und Tat vorangestellt, weil er wiedergibt, was eine Konferenz des Schweigens bewirken kann.

Die Konferenz findet statt im norddeutschen Konferenzort

Konferenzzentrum Bad Münder
Konferenzzentrum Bad Münder

Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes Lectorium Rosicrucianum e.V., Querlandweg 5, 31848 Bad Münder

Beginn: Samstag, 23.07.16, 11.00 Uhr, Ende: Sonntag, 24.07.16, 19.00 Uhr.

Der Kostenbeitrag beträgt 80,00 €.

Anmeldungen bis zum 22.07.16, abends, erbeten an: badmuender@rosenkreuz.de.

Telefonische Info bis Samstag, 12.00 Uhr, unter: 0 50 42 / 3 00 00

Die Perspektive des lebenden Pfades

Papier und Tastatur sind geduldig, heißt es. Man kann natürlich bei Geschriebenem oder Gedrucktem in etwa ahnen oder erspüren, wes Geistes Kind der Autor ist. Aber letztlich zählt nur, ob man innerlich dazu in Resonanz kommt, ob etwas im Inneren angesprochen wird. Bei einer persönlichen Begegnung, zum Beispiel in einem der Zentren der Geistesschule, wird der Funke überspringen oder nicht. Man spürt, ob Menschen, denen man dort begegnet, authentisch sind, ob sie sind, was sie sagen. Das zu prüfen ist die Aufgabe all derer, die sich der Geistesschule nähern.

Dies wird in einem Text junger Schüler in der Schule des Rosenkreuzes erläutert.

„Innerlich keine Trennung vornehmen

Unser Schatz ist keine Philosophie. Es ist unser inneres Licht, unser inneres Begreifen, warum wir eine kleine Welt genannt werden, und wie wir dadurch imstande sind, uns wieder mit der göttlichen Welt zu verbinden.

Der stille Gefährte

Ziel der Sprache der Schule ist es nicht, über etwas Unbestimmtes, weit Entferntes zu sprechen, sondern eine Perspektive zu geben – die Perspektive des lebenden Pfades – , so dass der Zuhörer sich dieser Perspektive nahe fühlt, weil das Göttliche selbst näher ist als Hände und Füße.

Die Botschaft wird nur dann wahr sein, wenn sie selbst den Geist enthält, von dem wir sprechen, und dadurch im Empfänger denselben Geist aufruft, die Verbindung mit dem innerlichen Göttlichen.“

Kalender-Spruch Juli 2016

„Da wo es Liebe gibt, bricht die Nacht nie herein.“

Aus Afrika

Liebe – für kaum ein anderes Wort gibt es so viele unterschiedliche Definitionen. Das Spektrum reicht von der körperlichen Liebe über den Humanismus bis hin zum höchsten Ideal: Der göttlichen Liebe.

Sonnenuntergang mit MenschWo es Liebe gibt, bricht die Nacht nie herein. Wer hat das schon einmal erlebt? Zeugen nicht alle Erfahrungen der Menschen davon, dass die „Nacht“ in der einen oder anderen Form doch immer wieder hereingebrochen ist? Nun gut, in der Kunst, im Roman und im Film mag die Liebe unsterblich sein. Aber im wirklichen Leben?

Wo es Liebe gibt, bricht die Nacht nie herein. Es muss wohl eine besondere Art der Liebe gemeint sein. Ja, und der Mensch, der einen spirituellen Weg geht, kann sich dieser Realität annähern, indem er sich mit seinem gesamten Wesen zu der hohen Schwingung des göttlichen Geistes emporarbeitet. Dann kann ihn die göttliche Liebe berühren. Sie erleuchtet sein Bewusstsein und schenkt ihm Weisheit. Dann ist die „Nacht“ des Nichtwissens, der Einsamkeit und des Scheiterns vorüber – und wird nicht wiederkehren.

[Redaktion]

Abschied vom Irdischen: Jan van Rijckenborgh über Astrologie

Viele spirituell arbeitende Menschen erkennen mehr und mehr, was sie verbindet. Bisher getrennt arbeitende Gruppen finden zusammen, tauschen sich aus, finden Anknüpfungspunkte. Doch es geht nicht um Einheitsbrei: Viele Wege führen zum Ziel, aber nicht alle Wege sind gleich. Es ist sogar ein wichtiges Kennzeichen der Zusammenarbeit, dass die Gruppen sich ihrer spirituellen Identität immer klarer bewusst werden.

In diesem Sinne möchten wir ein Zitat von einem der Gründer der Geistesschule des Goldenen Rosenkreuzes vorstellen, das einen Aspekt des Selbstverständnisses zeigt und gleichzeitig den Entwicklungsprozess der Schule des Rosenkreuzes schildert:

„Es gibt eine Wissenschaft, die Sie kennen, entweder nur dem Namen nach oder aus Erfahrung. Diese Wissenschaft wird heute Astrologie genannt. In der Vorzeit stand sie bei einigen Völkern in hohem Ansehen. Mit Hilfe dieser Wissenschaft kann man feststellen, auf welche Weise die magnetischen Strahlen des Makrokosmos und Mikrokosmos in der Persönlichkeit wirken. Von dieser Wissenschaft geht unverkennbar eine große Verlockung aus, diese Wissenschaft beschreitet tatsächlich Sternenwege. Wir haben sie jahrelang persönlich ausgeübt. Fünfzehn Jahre lang wurde sogar Unterricht darin erteilt, und unsere Schüler wurden darüber belehrt, wie sie im Netz des Schicksals hängen, dass sie Gefangene sind, dass jeder Tag, ja jede Stunde ihres Lebens von den magnetischen Strahlen und ihrer Zusammensetzung bestimmt wird. Es wurde aufgezeigt, wie man das exakt feststellen und die Folgen sogar im Voraus wissen kann. Aber als sie das gut wussten und erfahren hatten und die Bestürzung über diese zügellose, magnetische Gewalt erlebt hatten, ging es um die Konsequenzen.

War die Konsequenz dieser Wissenschaft: ‘Wie verhalte ich mich als Gefangener im Netz des Schicksals? Wie verhalte ich mich in der Heimsuchung der magnetischen Strahlen? Wie fange ich ihre Schläge auf? (…) Wie winde ich mich am vorteilhaftesten im Netz? Wie kann ich den besten Gebrauch davon machen, um mich durchs Leben zu schlagen, bis der Tod der Verbrennung darauf folgt?‘

UniversumOder sollte die Konsequenz sein: ‘Wie reiße ich mich aus dem Netz des Schicksals los? Wie komme ich zu einem befreienden Leben, in dem die Spinne des dialektischen Lebens mich nicht mehr aussaugt?‘

War die Konsequenz: ‘Wie folge ich mit Hilfe dieser Wissenschaft meinem Todesgang auf dem Fuße?‘ Oder sollte es so sein: ‘Da ich nun das Fatum gesehen und die Medusa angestarrt habe, nehme ich Abschied von dieser Wirklichkeit des Todes, um sie gegen die Wirklichkeit eines neuen Lebensganges einzutauschen?“

(Das Nykthemeron von Apollonius von Tyana, Siebente Stunde,
erklärt von Jan van Rijckenborgh)

In diesem Zitat wird ein Stück Geschichte der Internationalen Schule des Goldenen Rosenkreuzes deutlich. Ihre Identität veränderte sich im Lauf von einigen Jahrzehnten von der Persönlichkeitsschule zur Seelenschule und weiter zur Geistes-Schule.

Der Wandel von der Persönlichkeitsschule zur Seelenschule vollzog sich vom Gründungsjahr 1924 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges. Ab 1945 verlagerte sich der Akzent immer stärker auf den Aufbau einer Geistes-Schule. Wie lässt sich solch eine Entwicklung erklären?

In der Arbeit der Universellen Lichtbruderschaft gibt es unterschiedliche Akzente.

Es gibt Persönlichkeitsschulen, Seelenschulen und Geistesschulen, die auf unterschiedliche Weise arbeiten und in denen unterschiedliche Menschen angetroffen werden. Jeder Mensch steht auf seinem kosmischen Erfahrungsweg an einem bestimmten Punkt der Entwicklung und hat unterschiedlich viele spirituelle Werte in seinem Wesen angesammelt. Diese geistige Reife erzeugt letztlich die Resonanz, die ihn in seinem irdischen Leben zu einer der drei Schulen hinzieht.

Ziel dabei ist es, die Menschen zu einer nächst höheren Bewusstseinsstufe zu führen. Den Übergang von einem Bewusstseinszustand zum nächsten in einer solchen Schule nennt man Einweihung.

Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum es solch eine Vielzahl unterschiedlicher spiritueller Gruppen gibt. Jeder geistig strebende Mensch erhält dadurch die Möglichkeit, seinen geistigen Wachstumsprozess in einer ihm angepassten Weise fortzuführen.

Die Geistes-Schule oder Mysterienschule des Rosenkreuzes konnte entstehen und sich entwickeln, weil eine genügend große Menschengruppe eindeutig auf die Verbindung von Seele und Geist ausgerichtet war und ihr Verlangen intensiv genug nach dieser Erfüllung verlangte. Dadurch konnten die Diener der Bruderschaft der unsterblichen Seelen bei diesem Feuer anknüpfen und eine Verbindung zu der werdenden Geistesschule herstellen. In ihr entstand ein mächtiges Kraftfeld, das bis heute wie ein alchemischer Feuerofen der Transformation wirkt, in dem, bildhaft gesprochen, unedle Metalle in Gold verwandelt werden.

[Redaktion]