Archiv für den Monat: Februar 2017

Widerstand gegen den „Widerstand“? Teil 3

Widerstand gegen die Zukunft

Die Engländer entscheiden sich dafür, Europa zu verlassen. Die Amerikaner wählen einen Menschen zum Präsidenten, dem niemand wirklich eine Chance eingeräumt hatte. 2016 war ein Jahr der Überraschungen. Vieles entzog sich selbst der wissenschaftlichen Vorhersagbarkeit.

Erde auf dem FingerOft hörte man von jungen Menschen, dass sie sich um ihre Zukunft betrogen fühlten. Sie sehen sich als Weltbürger und träumen von einer Welt ohne Grenzen. Für sie ist die Globalisierung und die digitale Entwicklung Grundlage für ein zeitgemäßes Leben. Es gibt eine große Gruppe von Menschen, die sich angesichts dieser Entwicklung als Verlierer sehen. Sie haben oft bessere Zeiten erlebt und fühlen sich vergessen und nicht mehr beachtet. In der Gruppe der Verlierer zeigt sich ein Widerstand, der sich in Hass, Fremdenfeindlichkeit und dem Wunsch nach Zerstörung der bestehenden gesellschaftlichen Strukturen entlädt. Sie träumen oft von einer Vergangenheit, in der die Welt noch in Ordnung war.

Spricht man mit den Menschen, erfährt man, dass beide Entwicklungen Folge einer schnellen Veränderung sind, die viele Menschen verunsichert und gesellschaftliche Strukturen destabilisiert.

Die Rosenkreuzer rufen dazu auf, sich auf das Einheitspotential zu besinnen, einem Geist-Seelen-Potential, das jedem Menschen als Saat in die Wiege gelegt ist. Diese innere Kraft wirkt immer einigend. Sie ist in der Lage, den Menschen neu zu beleben. Sie schafft eine neue „Welt“ der Einheit, in der andere Gesetze wirken.

Das innere Potential kennt zwei Wege. Es wirkt einerseits destabilisierend und ruft Widerstand in den Menschen hervor, die sich von überkommenen Strukturen nur schwer lösen können. Andererseits kann es aber auch das Neue im Menschen schützen und zum Wachstum anregen – und es stimuliert eine Sehnsucht nach Freiheit. Das Geist-Seelen-Potential im Menschen bildet das sichere Fundament, das ihn auf einer festen Bahn gehen lässt.

In der augenblicklichen Situation wird der Mensch dazu gedrängt, aus dieser Kraft der Einheit zu wirken, die seinem tiefsten inneren Wesen entspricht.

Widerstand gegen den „Widerstand“? Teil 2

Widerstand als Identität

Widerstand aus Angst – Widerstand aus Antipathie – Widerstand gegen Konkurrenz – Widerstand aus Selbstschutz –

Jeder kennt persönliche Beispiele, die dazu passen …

Täglich, von morgens bis abends, denkt, fühlt und handelt man „in Widerstand“. Letztlich existiert im Bewusstsein nur noch Widerstand gegen alles und jeden. Es scheint ein Urtrieb des Menschen zu sein, als personifizierter Widerstand durch die Zeit zu jagen – und doch nie alle Widerstände beseitigen zu können.

Widerstände vereinnahmen vielfältige Gehirnaktivitäten, fressen große Teile der psychischen Energie und missbrauchen die fünf Sinne für ihre Zwecke. Wie ein erschöpfter Sisyphus resigniert man von Zeit zu Zeit, um bald danach die Rettung der eigenen Identität erneut sicherzustellen und Widerstand zu leisten gegen das, was sie uns rauben könnte. Manchmal sieht es im Kopf aus wie in einem Computerspiel: Es gibt Verbündete und Feinde, Kämpfe und Feste, Niederlagen und Siege. Aber wie innen so auch in der Außenwelt. Kaum tritt man vor die Tür, wird Widerstand provoziert und das Spiel geht weiter. „Alles, was anders ist als ich, bedroht mich. Intuitiv weiß ich, dass alle anderen Menschen genau nach derselben Strategie durchs Leben gehen“ – und damit schließt sich der Kreis.

Symptome und Ursachen

Januskopf
Januskopf

Die Polarität von Stand-Punkt und Wider-Stand, von Kraft und Gegenkraft, scheint ein umfassender und tief gehender existenzieller Zustand des Menschen zu sein. Mit Hilfe der Kultur wird versucht, die beiden Pole zu überbrücken: Die vielfältigen Einzelinteressen werden unter einem Dach auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners vereinigt, um schließlich einen Kompromiss zu schließen. Kooperation statt Konkurrenz. Widerstände werden zeitweise neutralisiert.

Unzählbar sind die therapeutischen Versuche der Psychologie, die in der Seele unablässig sprießenden Widerstände abzuschwächen. Symptombekämpfung!

Ursache für Widerstand sind Eigenwilligkeit und Selbstbehauptung. Also Vor-Stellungen, Glaubenssätze, Überzeugungen, Dogmen, Illusionen, Fantasien, von denen nicht abgewichen wird. Wie mit Scheuklappen versehen, fällt der Blick in einen schmalen Korridor der Realität des „Ich bin“.

Rückkehr in die Einheit

Die Quelle der Eigenmächtigkeit im Menschen konnte bisher nicht zugeschüttet werden, weder durch Kultur, noch durch Erziehung oder Gewalt, nicht einmal durch den Tod. Anscheinend enthält die gegenwärtige „Konstruktion Mensch“ einen Systemfehler. Warum fällt es dem Menschen so schwer, seine egozentrische Identität aufzugeben? Weil die Menschheit die Große Einheit verlassen hat. Das Bewusstsein des Menschen ist ein Trennungsbewusstsein. Das Gegenstück zur Trennung, die Einheit, findet der Mensch in dem geistigen Kern in seiner Mitte. Er ist ein Steinchen, vor Urzeiten herausgefallen aus dem Mosaik der göttlichen Schöpfung. Wer seinem eigenen Widerstand widersteht und  den Geist der Einheit in sich lebendig werden lässt, wird vom „Fluss des Lebens“ durch sein Mit-Bewegen in eine widerstandsfreie Zone aufgenommen. Sein Bewusstsein überbrückt die Polarität von Zeit und Ewigkeit.

Ein Tag im Van Rijckenborgh Konferenzzentrum: Sonnabend, 18. Februar 2017, 11-17 Uhr

„Wir laden ein zu einem Tag der Einkehr, der stillen Worte und Gespräche, der Möglichkeit zum Rückzug in das „Dahinter“, das in uns schlummert, manchmal auch pulsiert.

In Gesprächen, kleinen Vorträgen und kreativen Gestaltungsformen können wir innere Lichtspuren finden und Herzenswegen folgen.“

Steg am See
In der Stille könnte es geschehen, dass wir von uns hören
Anke Maggauer-Kirsche, Lyrikerin

10:30 Uhr Entspanntes Ankommen
11:00 Uhr Begrüßung
11:30 Uhr Gedichte & Texte zur Stille – Lesung mit Musik
12:30 Uhr Gemeinsames Essen

13:30 bis 16:00 Uhr
Kurzvorträge, Gespräche, Aktionen:

  • Die Seele – ewig oder sterblich?
  • Dialog mit der Stille
  • Stille, die bewegt
  • Hinter den Worten – Schreiboase
  • Stille Momente in der Literatur
  • Naturbegegnung bei einem Spaziergang

16:00 bis 17:00 Uhr
Tempeldienst
anschließend Verabschiedung

Wir freuen uns auf einen Tag der Begegnung und den Gedankenaustausch
mit Ihnen!
Sabine Franke     Wolfgang Scheid-Franke
Intendanz Van Rijckenborgh Konferenzzentrum

Anmeldung per e-mail, Fax oder telefonisch erbeten
Kosten 20 €
Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes e. V.
Van Rijckenborgh Konferenzzentrum · Querlandweg 5 · 31848 Bad Münder
Tel. 05042 – 30000 · Fax 05042 – 3000 – 44 · badmuender@rosenkreuz.de
www.rosenkreuz.de · facebook: Lectorium Rosicrucianum Deutschland

Zum Download des Veranstaltungsflyers (PDF)