Das Gesetz des Herzens (Spiritualität und Gesetz, Teil 3)

Ob Gesetz, Vorschrift, Regel oder Richtlinie – jeder spirituell Strebende wird diese je nach Bewusstseinszustand als Zwang und Einschränkung auffassen – oder als Hilfestellung und Wegweiser.

Am Anfang des Weges nähert man sich den äußeren Verhaltensweisen in der Schülergemeinschaft an. Nach und nach wird deutlich, dass im eigenen Inneren andere Kräfte wirken und damit auch andere Gesetzmäßigkeiten gelten als im Außen. Je mehr sich die Einflüsse der neuen Beseelung im Bewusstsein des Schülers bemerkbar machen, desto mehr wird auch das innere Gesetz erkannt. Alles, was aus dem Geistkern in das Herz „geschrieben“ wird, kann zum Bewusstsein durchdringen und im Leben angewendet werden.

In dem Buch Die Gnosis in aktueller Offenbarung schreibt Jan van Rijckenborgh, einer der Gründer der Geistesschule des Rosenkreuzes:

Rosenherz„Sie werden jedoch verstehen, dass die Schule Ihnen keine Lebensregeln zu geben wünscht … keine neuen 10 Gebote … Wenn Christus sagt: Folget mir nach … wird damit gemeint, dass Sie dem Gesetz folgen sollen, so wie es in Ihr Herz geschrieben ist … Wenn Sie nun das Licht in sich gut untersuchen, werden Sie entdecken, dass in dieser Strahlung auch eine Reihe Anweisungen darüber enthalten sind, wie Sie das in diesem Licht Erkannte verwirklichen können. Das ist das Gesetz in Ihrem Herzen … Und doch ist dieses innerliche Gesetz bei allen sehr verschieden … was in Ihr Herz geschrieben ist … passt sich völlig Ihrem Seinszustand an …“ (…gekürzt)

„Gnostische Gesetze?“ Ja. Sie sind die Grundlage für alle Manifestationen des göttlichen Geistes.

Der himmlische Mensch lebt durch sie und erfüllt sie.

Der irdische Mensch wird vom gnostischen Gesetz „gelebt“, ohne es jedoch zu erfüllen, denn es ist ihm noch nicht bewusst.

Der Rosenkreuz-Schüler erkennt es innerlich und strebt danach, es zu erfüllen.

Ein Gedanke zu „Das Gesetz des Herzens (Spiritualität und Gesetz, Teil 3)

  1. Der irdische Mensch wird vom gnostischen Gesetz „gelebt“, ohne es jedoch zu erfüllen, denn es ist ihm noch nicht bewusst.

    Die Anwesenheit der Höchsten Schöpfung in uns Menschen beinhaltet alles Leben in allen Vibrationsfeldern innerhalb der Ganzheit. Der Schöpfer ist es der sich in allen Formen des Lebens ausbreitet. Alles Leben strömt aus dieser göttlichen Quelle hervor, sie ist es die alles mit ALLEM vereint.

    Es ist unwichtig wie weit das Göttliche von uns Menschen verzerrt wird (wurde), sein Ursprung bleibt immer unveränderlich und absolut vollkommen, unabhängig von menschlichen Vorstellungen und allen äußeren Einflüssen.

    Wenn jedoch ein Individuum das Leben vom Standpunkt der Gleichzeitigkeit und Ganzheit betrachtet kann, dann erkennt es den Ursprung aller Dinge, in Gleichzeitigkeit in sich selbst. Dies ist sodann eine unantastbare Erkenntnis, dass sich alles an der richtigen Stelle befindet, seine vollste Funktion erfüllt und dem höchsten Zweck dient. Dies ist die Erkenntnis, dass sich alles Leben im Zustand höchster Verwirklichung und Erfahrung befindet, so wie es augenblicklich aus der Ganzheit hin-ausströmt.

    Solche Wahrnehmung ist das größte Paradoxem für ein menschliches Gemüt. Diese Wahrnehmung kann scheinbar nicht mit mentalen und emotionalen Empfindungen in Einklang gebracht werden. Das menschliche Gemüt kann die ganze Größe des „SELBST es“ noch nicht erfassen und die göttliche An-wesenheit in uns kann sich somit auch nicht (kaum) bemerkbar machen. Der Mensch (die Menschheit) bemerkt die An-wesenheit Gottes meist noch nicht.

    Dies wiederum ist der Grund warum Menschen die scheinbare, offensichtliche Unvollkommenheit irdischen Lebens als ein trennendes Hindernis für Vollkommenheit betrachten, anstatt die Vollkommenheit selbst zu betrachten. Sich SELBST im inneren Spiegel zu beschauen.

    Alles Leben ist in sich SELBST vollkommen, es ist immer das Prinzip der Höchsten Schöpfung die sich durch Leben in seiner Vibration von Gleichheit und Gleichzeitigkeit ausdrückt.Diese Einsicht bedarf jedoch eines neuen Bewusstseins welches weit über die menschlichen fünf Sinne hinausgeht.

    Diese Einsicht erwächst in der Regel aus einer Ursprungscode-Aktivierung, einer transformierenden Erfahrung. Durch eine solche Erfahrung kann ein Individuum (ein Mensch) nicht nur die Präsenz der Höchsten Schöpfung in sich wahrnehmen, sondern auch seine eigene zeitlose Essenz in allem Leben, welches sich teilweise individualisiert hat und sich gar oft von der Höchsten Schöpfung (der vollkommene Mensch in uns) und vom Schöpfer als getrennt wahr-nimmt.

    Jetzt bin ich wieder ganz am Anfang angekommen: „Der irdische Mensch wird vom gnostischen Gesetz „gelebt“, ohne es jedoch zu erfühlen (erfüllen), denn es ist ihm noch nicht bewusst. Der Rosenkreuz-Schüler erkennt es innerlich und strebt danach, es zu erfühlen (erfüllen).“

    Doch nicht jeder Schüler erfühlt es. Auch dies ist eine von vielen möglichen Ausdrucksformen von Ganzheit. Doch wer kann Vollkommenheit als Ganzheit wahrnehmen? Ein jeder der sich SELBST erkennt!

    Wer sich SELBST erkennt, der erkennt auch den Vollkommenen in sich und sich selbst in ALLEM. Doch dies ist nicht jedem Menschen gegeben, noch nicht.
    Und sehe, das ist Ganzheit in seiner Vollkommenheit!

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