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Widerstand gegen den „Widerstand“? Teil 2

Widerstand als Identität

Widerstand aus Angst – Widerstand aus Antipathie – Widerstand gegen Konkurrenz – Widerstand aus Selbstschutz –

Jeder kennt persönliche Beispiele, die dazu passen …

Täglich, von morgens bis abends, denkt, fühlt und handelt man „in Widerstand“. Letztlich existiert im Bewusstsein nur noch Widerstand gegen alles und jeden. Es scheint ein Urtrieb des Menschen zu sein, als personifizierter Widerstand durch die Zeit zu jagen – und doch nie alle Widerstände beseitigen zu können.

Widerstände vereinnahmen vielfältige Gehirnaktivitäten, fressen große Teile der psychischen Energie und missbrauchen die fünf Sinne für ihre Zwecke. Wie ein erschöpfter Sisyphus resigniert man von Zeit zu Zeit, um bald danach die Rettung der eigenen Identität erneut sicherzustellen und Widerstand zu leisten gegen das, was sie uns rauben könnte. Manchmal sieht es im Kopf aus wie in einem Computerspiel: Es gibt Verbündete und Feinde, Kämpfe und Feste, Niederlagen und Siege. Aber wie innen so auch in der Außenwelt. Kaum tritt man vor die Tür, wird Widerstand provoziert und das Spiel geht weiter. „Alles, was anders ist als ich, bedroht mich. Intuitiv weiß ich, dass alle anderen Menschen genau nach derselben Strategie durchs Leben gehen“ – und damit schließt sich der Kreis.

Symptome und Ursachen

Januskopf
Januskopf

Die Polarität von Stand-Punkt und Wider-Stand, von Kraft und Gegenkraft, scheint ein umfassender und tief gehender existenzieller Zustand des Menschen zu sein. Mit Hilfe der Kultur wird versucht, die beiden Pole zu überbrücken: Die vielfältigen Einzelinteressen werden unter einem Dach auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners vereinigt, um schließlich einen Kompromiss zu schließen. Kooperation statt Konkurrenz. Widerstände werden zeitweise neutralisiert.

Unzählbar sind die therapeutischen Versuche der Psychologie, die in der Seele unablässig sprießenden Widerstände abzuschwächen. Symptombekämpfung!

Ursache für Widerstand sind Eigenwilligkeit und Selbstbehauptung. Also Vor-Stellungen, Glaubenssätze, Überzeugungen, Dogmen, Illusionen, Fantasien, von denen nicht abgewichen wird. Wie mit Scheuklappen versehen, fällt der Blick in einen schmalen Korridor der Realität des „Ich bin“.

Rückkehr in die Einheit

Die Quelle der Eigenmächtigkeit im Menschen konnte bisher nicht zugeschüttet werden, weder durch Kultur, noch durch Erziehung oder Gewalt, nicht einmal durch den Tod. Anscheinend enthält die gegenwärtige „Konstruktion Mensch“ einen Systemfehler. Warum fällt es dem Menschen so schwer, seine egozentrische Identität aufzugeben? Weil die Menschheit die Große Einheit verlassen hat. Das Bewusstsein des Menschen ist ein Trennungsbewusstsein. Das Gegenstück zur Trennung, die Einheit, findet der Mensch in dem geistigen Kern in seiner Mitte. Er ist ein Steinchen, vor Urzeiten herausgefallen aus dem Mosaik der göttlichen Schöpfung. Wer seinem eigenen Widerstand widersteht und  den Geist der Einheit in sich lebendig werden lässt, wird vom „Fluss des Lebens“ durch sein Mit-Bewegen in eine widerstandsfreie Zone aufgenommen. Sein Bewusstsein überbrückt die Polarität von Zeit und Ewigkeit.

Silvester – Abschied vom Alten, Wechsel zum Neuen

Für die meisten Menschen ist hierzulande der Jahreswechsel ein willkommener Anlass, den letzten Tag des Jahres mit einer Silvesterfeier abzuschließen, um unmittelbar nach Mitternacht das Neue Jahr zu begrüßen. Kirchenglocken läuten, Böller und Feuerwerk werden gezündet. Es wird mit Sekt angestoßen, Glückwünsche werden verteilt und die guten Vorsätze für das kommende Jahr bekanntgegeben.

Licht im WinterEs wird auch über das Leben philosophiert, über Vergänglichkeit und über den Wunsch, wirklich einmal einen Neuanfang zu wagen. Die meisten haben die Erfahrung gemacht, dass ein echter Neubeginn in ihrem Leben so ohne weiteres nicht gelingt.

Man möchte nicht mehr so weitermachen wie bisher und fühlt sich in der Tretmühle der alten Gewohnheiten gefangen. Doch man ahnt, dass es etwas ganz anderes gibt – aber es ist schwer zu fassen.

Was ist nötig für einen wirklich neuen Anfang – ein Anfang, der zu einem grundlegend anderen Leben führen kann?

Der fragende Mensch braucht nicht im Außen nach Antworten zu suchen. Alles, was ein Mensch wissen muss, ist im Kern seines Wesens bereits angelegt, im göttlichen Funken – gleichsam ein Atom des göttlichen Feuers. Sein Wesen repräsentiert die allumfassende Liebe, die Vollkommenheit und ewiges Sein. Daran kann der Mensch, der sein Herz dafür öffnet, teilhaben. Wer die Strahlungen des Geistes in sein Wesen aufnimmt, wird durch inneres Wissen in seinem Bewusstsein erleuchtet und erhält die Kraft, um eine neue Lebenshaltung zu verwirklichen.

Solch ein fundamentaler Wechsel kann sich an einem beliebigen Tag im Lauf des Jahres vollziehen – an einem Silvestertag, unabhängig von Zeit und Raum.

Weihnachten – die Geburt des Lichtes im Menschen

Jährlich am 24. Dezember wird das Weihnachtsfest gefeiert und der Geburt Jesu Christi vor rund 2000 Jahren gedacht. Die christliche Welt begeht den Heiligen Abend meist als Familienfest mit gegenseitigem Beschenken.

LichtWeihnachten hat in seiner heutigen Form die Werte der Tradition weitgehend verloren, es ist zu einem kommerziellen Kult geworden. Der Einzelne kann die historische Heilstatsache kaum mehr in einen aktuellen Bezug zu sich selbst setzen. Wer kennt noch die tiefere Bedeutung der Worte „stille Nacht, heilige Nacht“, Weih-Nacht, Heiligabend oder Christfest? Dennoch stimuliert das „künstliche“ Licht der Weihnachtsbeleuchtung und der unzähligen Kerzen die Erinnerung an … ja woran?

Das Licht weckt die Sehnsucht der Menschen nach wirklichem Licht, nach innerer Erleuchtung. Die Weihnachtsgeschichte wird jedoch erst dann eine erfahrbare Wirklichkeit, wenn „Christus – das Licht der Welt“ im Herzen geboren wird.

Angelus Silesius, ein christlicher Mystiker, drückte es vor 350 Jahren so aus: „Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir, so wärst du doch verloren“.

Warum verloren? Weil das symbolische Ritual des Weihnachtsfestes das verdunkelte Bewusstsein des Menschen nicht erhellen kann. Trotz der äußeren Bemühungen, sich dem Mysterium der geweihten Nacht zu nähern, wird er ohne die reale innere Erfahrung der unsterblichen Christuskraft vergehen.

Denn: Nur aus einem neuen Samen kommt ein neues Geschöpf, heißt es in der alten Weisheit. Das bedeutet, dass aus dem „Samenkorn Jesu“ eine umfassende Neuschöpfung entstehen kann, der geistige Mensch. Der weihnachtliche Mythos wird ergründet, wenn der Mensch seinem Leben eine fundamental neue Richtung gibt. Wenn er den Impulsen des göttlichen Lichtfunkens in seinem Herzen folgt, um die Nacht seiner Seele zu erhellen. Licht ist das Symbol für Erkenntnis, für ein neues Bewusstsein. Im Evangelium wird geschildert, wie sich die unsterbliche Seele, Jesus, entwickelt und schließlich vom Geist berührt wird. Als Christus, als wiedergeborener, erneuerter Mikrokosmos, geht er in das Ewige Leben ein. Deshalb ist die innerlich erlebte Christnacht das zentrale Ereignis in einem Menschen-leben: Der Beginn eines neuen Menschseins.

Die 7 Briefe des Online-Seminars beschreiben, wie sich der Mensch auf die innere Lichtgeburt vorbereiten und so Jesus, seiner neuen Seele, den Weg bereiten kann.

Das Gesetz des Herzens (Spiritualität und Gesetz, Teil 3)

Ob Gesetz, Vorschrift, Regel oder Richtlinie – jeder spirituell Strebende wird diese je nach Bewusstseinszustand als Zwang und Einschränkung auffassen – oder als Hilfestellung und Wegweiser.

Am Anfang des Weges nähert man sich den äußeren Verhaltensweisen in der Schülergemeinschaft an. Nach und nach wird deutlich, dass im eigenen Inneren andere Kräfte wirken und damit auch andere Gesetzmäßigkeiten gelten als im Außen. Je mehr sich die Einflüsse der neuen Beseelung im Bewusstsein des Schülers bemerkbar machen, desto mehr wird auch das innere Gesetz erkannt. Alles, was aus dem Geistkern in das Herz „geschrieben“ wird, kann zum Bewusstsein durchdringen und im Leben angewendet werden.

In dem Buch Die Gnosis in aktueller Offenbarung schreibt Jan van Rijckenborgh, einer der Gründer der Geistesschule des Rosenkreuzes:

Rosenherz„Sie werden jedoch verstehen, dass die Schule Ihnen keine Lebensregeln zu geben wünscht … keine neuen 10 Gebote … Wenn Christus sagt: Folget mir nach … wird damit gemeint, dass Sie dem Gesetz folgen sollen, so wie es in Ihr Herz geschrieben ist … Wenn Sie nun das Licht in sich gut untersuchen, werden Sie entdecken, dass in dieser Strahlung auch eine Reihe Anweisungen darüber enthalten sind, wie Sie das in diesem Licht Erkannte verwirklichen können. Das ist das Gesetz in Ihrem Herzen … Und doch ist dieses innerliche Gesetz bei allen sehr verschieden … was in Ihr Herz geschrieben ist … passt sich völlig Ihrem Seinszustand an …“ (…gekürzt)

„Gnostische Gesetze?“ Ja. Sie sind die Grundlage für alle Manifestationen des göttlichen Geistes.

Der himmlische Mensch lebt durch sie und erfüllt sie.

Der irdische Mensch wird vom gnostischen Gesetz „gelebt“, ohne es jedoch zu erfüllen, denn es ist ihm noch nicht bewusst.

Der Rosenkreuz-Schüler erkennt es innerlich und strebt danach, es zu erfüllen.

Kalender-Spruch November 2016

Science Fiction: Tür zum Himmel

„Wenn du die Tür offenlässt, kannst du sicher sein, dass jemand eintreten wird.“

(aus Afrika)

Wenn man sich in der Welt umschaut, wird deutlich, dass in jedem Land, in jeder Region  die Menschen ein anderes Verhältnis zu „ihrer“ Tür haben. In der Bambushütte unter Palmen ist die Tür nur ein Durchgang, woanders wird die Haustür geschlossen, aber nicht abgeschlossen. In Städten werden Türen abgeschlossen, teilweise mit Vorhänge-schlössern gesichert oder sogar mit einem elektronischen Sicherungssystem inklusive Alarmsignal versehen.

Vorsichtsmaßnahmen dieser Art haben den Sinn, sich vor Diebstahl und ungebetenen Gästen zu schützen. Die schlechten Erfahrungen vieler führen dazu, dass der Spruch Wenn du die Tür offenlässt, kannst du sicher sein, dass jemand eintreten wird nur negativ gesehen wird: Als Warnung.

Anderes dagegen beim „Tag der offenen Tür“, „Tag des offenen Denkmals“ und Ähnlichem. Hier wird eine Einladung ausgesprochen. Gäste werden gezielt aufgefordert, durch die offene Tür einzutreten.

Wenn man diesen Spruch auf die spirituelle Ebene bezieht, fungiert das Bewusstsein als Tür. Es bestimmt, wer oder was hindurch geht und den Menschen beeinflusst. Dabei wird das Gesetz der Anziehung und Abstoßung wirksam. Was der Mensch im Innersten begehrt, was bestimmend ist für sein Denken, Fühlen und Handeln – das wird durch die Tür eintreten. Alles andere wird abgestoßen. So hat jeder weitgehend in der Hand, was er abwehrt und was er einlädt.

Mit den übergeordneten Kräften des Schicksals verhält es sich im Prinzip ähnlich. Die Persönlichkeit, die im Mikrokosmos lebt, kann durch die Erneuerung der Seele und des Bewusstseinszustandes eine gewisse Autonomie erreichen. Störende Einflüsse können nicht so leicht in den Mikrokosmos eindringen, helfende Lichtkräfte dagegen werden hineingezogen. So ist langfristig die geistige Entwicklung gesichert – selbst wenn karmische Stolpersteine immer wieder das Vorwärtskommen auf dem spirituellen Pfad erschweren.

Was es heißt, ein Mensch zu sein

In seinem Buch Treibsand. Was es heißt, ein Mensch zu sein beschreibt Henning Mankell die verschiedensten Begebenheiten und Begegnungen in seinem Leben. Seine Gedanken zur gestellten Krebsdiagnose durchziehen wie ein roter Faden die kurzen Erzählungen. Vor dem Hintergrund seiner Lebenserfahrungen versucht er, sich dieser lebens-bedrohenden Erkrankung zu nähern und sie in sein Bewusstsein einzulassen. Es scheint, dass er mit sich ins Reine gekommen ist und den Treibsand hinter sich gelassen hat.

„Ich bin nicht religiös und bin es auch nie gewesen. Jetzt, da ich Krebs habe, bin ich oft erstaunt über Menschen, die in ihrem Glauben Trost finden. Ich respektiere sie, aber ich beneide sie nicht.Dennoch bin ich mir einer Sache sicher, als ob ich trotz allem eine diffuse religiöse Überzeugung mit mir herumtrüge.“

Was heißt es, ein Mensch zu sein?

FragezeichenAntworten findet man in der Universellen Lehre, die aus dem einen schöpferischen Quell hervorgeht. Sie wurde in Heiligen Schriften aufbewahrt und zu allen Zeiten von Menschheitslehrern verkündet.

Die Schule des Rosenkreuzes steht in der Tradition dieser alten Weisheiten. Das Ziel des Schülertums ist es, die Lehren in Lebenspraxis umzusetzen. Das bedeutet die vollständige Transformation des eigenen Wesens. Eine entscheidende Hilfe dabei ist das Kraftfeld der Mysterienschule, das vom göttlichen Geist inspiriert ist.

Eine Einführung in die Philosophie des Rosenkreuzes bieten die sieben Briefe des Online-Seminars.

Die verborgene Tür zur Identität

Schäm dich nicht, Mensch zu sein, sei stolz!
In dir öffnet sich Gewölbe um Gewölbe, endlos.
Du wirst nie fertig, und es ist, wie es sein soll.“

aus: Tomas Tranströmer, Romanische Bögen

Der, der dies sagt, hat eine ihm bisher verborgene Tür zu seiner Identität als Mensch geöffnet und sein Bewusstsein schaut zum ersten Mal in die Gewölbe seines Mikro-Kosmos. Die Persönlichkeit ist die sterbliche Gestalt, die Erde, inmitten dieses kleinen Kosmos. Der Mensch steht da und schaut gleichsam in den Himmel seiner mikrokosmischen Kugel.

MenschDie alte Weisheit beschreibt den Himmel als ein siebenfach gestuftes Gewölbe. Ob ein Menschenleben ausreicht, all diese Weiten zu erforschen? In einem dieser Gewölbe sind die Spuren der unzähligen Erdenleben eingraviert, das Karma. Diese Spuren, konzentriert zu „Sternen“, senden ihre Lichtenergie in das Haupt der Persönlichkeit. So formen sie maßgeblich den Lebensweg des Menschen. Von diesem Bild wurde einstmals der Begriff Astro-Logie abgeleitet.

Am mikrokosmischen Firmament wartet außerdem noch eine verborgene geistige Sonne auf ihre Stunde, bis die Wolken der Gedanken und Gefühle in der Atmosphäre des Mikro-Kosmos weggefegt werden und der Geist die göttliche Seele wieder erleuchten kann.

Dann ist der ursprüngliche geistige Mensch wieder geboren – unsterblich und vollkommen, so wie er sein soll: ein göttliches Ebenbild, in dem sich sein Schöpfer spiegeln kann.

[Redaktion]

Verantwortung übernehmen? Teil 3 von 3

Kosmische Verantwortung

An den großen Entwicklungen in der Welt können Einzelne nicht sonderlich viel ändern.
Außerdem gilt:

„Man kann Probleme nicht auf der Ebene lösen, auf der sie entstanden sind.“
(A. Einstein)

Das bedeutet für den spirituell strebenden Menschen, dass er sein Leben auf eine höhere Wirklichkeit ausrichtet. Dies beginnt mit seinen Gedanken, seinen Gefühlen und seinen Handlungsimpulsen. Sie wirken in seiner Umgebung, aber auch in den feinstofflichen Sphären rund um die Erde. Wie ein Spiegel reflektieren diese Felder das von den Menschen Ausgestrahlte auf die Erde zurück. Der Kreislauf der ununterbrochenen Wechselwirkung kann praktisch nicht unterbrochen werden. Darum ist die Welt so wie sie ist. Der Weg der Veränderung verläuft von innen nach außen. Ein universell gültiges Gesetz besagt, dass höhere Schwingungen niedrigere Schwingendes durchdringen, beeinflussen und verändern können.

Konferenzort Caux bei Nacht, mit Tempel, 1995
Konferenzort Caux bei Nacht, mit Tempel, 1995

Wenn der Mensch auf der Basis des inneren göttlichen Prinzips sein persönliches Leben nach und nach verändert, entfaltet sich daraus eine erneuerte Seele. Diese Seelenkräfte erfüllen sein Bewusstsein. Was von diesem Menschen ausstrahlt, besitzt dann eine neue Qualität, die reinigend, klärend und harmonisierend in der Welt wirksam werden kann. Dieser Mensch hat im kosmischen Sinn Verantwortung für Welt und Menschheit übernommen. Das bedeutet nicht, dass sich dadurch auf der sichtbaren Ebene der Dinge viel ändert. Aber die so erzeugten höheren Energien wirken in die Welt hinein, so dass dafür empfängliche Menschen damit in Resonanz treten können und ebenfalls beginnen, ihre geistigen Kräfte zu wecken und ihre „Antwort“ erklingen zu lassen.

Es gibt unzählige Menschen auf der Erde, die einem spirituellen Weg folgen und Verantwortung übernommen haben. Mögen die Antworten unterschiedliche Qualitäten haben – letztlich tragen sie alle dazu bei, die nächste Stufe in der geistigen Entwicklung der Menschheit ersteigen zu können.

Kalender-Spruch August 2016

„Die Beharrlichkeit ist ein Talisman für das Leben.“

(aus Afrika)

Beharrlichkeit ist eine Eigenschaft, die im täglichen Leben selten geworden ist. Man möchte schnell und ohne große Anstrengung die anvisierten Ziele erreichen.   Wissenschaftler, Künstler, Sportler benötigen jedoch Beharrlichkeit, wollen sie erfolgreich sein. Und ebenso verhält es sich auch mit allen, die einen spirituellen Weg einschlagen.

Sterntaler
Sterntaler

Was ist ein Talisman? Es ist ein Gegenstand, der dem Besitzer Glück bringen oder ihn schützen soll. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem Talisman Beharrlichkeit? Wie entsteht sie und wie kann man sie erlangen? – Beharrlichkeit wird dem strebenden Menschen geschenkt! Es ist die Sehnsucht der Seele nach der Verbindung mit dem göttlichen Geist. Sie ist die Antriebskraft, die dem Menschen einen langen Atem verleiht. Das starke innerliche Verlangen der Seele berührt immer wieder das Bewusstsein, so dass Zweifel verschwinden und der erlahmende Wille gestärkt wird. Genährt wird die neue Seele durch die Kraft aus dem Geistkern im Herzen des Menschen. Diese Energie ist der Garant dafür, dass das Ziel des spirituellen Weges erreicht wird – unabhängig von der Tagesform, von der guten oder schlechten Stimmung der Persönlichkeit.

Jeder Mensch besitzt diesen Talisman in seinem Wesen. Welch ein Glück!

Abschied vom Irdischen: Jan van Rijckenborgh über Astrologie

Viele spirituell arbeitende Menschen erkennen mehr und mehr, was sie verbindet. Bisher getrennt arbeitende Gruppen finden zusammen, tauschen sich aus, finden Anknüpfungspunkte. Doch es geht nicht um Einheitsbrei: Viele Wege führen zum Ziel, aber nicht alle Wege sind gleich. Es ist sogar ein wichtiges Kennzeichen der Zusammenarbeit, dass die Gruppen sich ihrer spirituellen Identität immer klarer bewusst werden.

In diesem Sinne möchten wir ein Zitat von einem der Gründer der Geistesschule des Goldenen Rosenkreuzes vorstellen, das einen Aspekt des Selbstverständnisses zeigt und gleichzeitig den Entwicklungsprozess der Schule des Rosenkreuzes schildert:

„Es gibt eine Wissenschaft, die Sie kennen, entweder nur dem Namen nach oder aus Erfahrung. Diese Wissenschaft wird heute Astrologie genannt. In der Vorzeit stand sie bei einigen Völkern in hohem Ansehen. Mit Hilfe dieser Wissenschaft kann man feststellen, auf welche Weise die magnetischen Strahlen des Makrokosmos und Mikrokosmos in der Persönlichkeit wirken. Von dieser Wissenschaft geht unverkennbar eine große Verlockung aus, diese Wissenschaft beschreitet tatsächlich Sternenwege. Wir haben sie jahrelang persönlich ausgeübt. Fünfzehn Jahre lang wurde sogar Unterricht darin erteilt, und unsere Schüler wurden darüber belehrt, wie sie im Netz des Schicksals hängen, dass sie Gefangene sind, dass jeder Tag, ja jede Stunde ihres Lebens von den magnetischen Strahlen und ihrer Zusammensetzung bestimmt wird. Es wurde aufgezeigt, wie man das exakt feststellen und die Folgen sogar im Voraus wissen kann. Aber als sie das gut wussten und erfahren hatten und die Bestürzung über diese zügellose, magnetische Gewalt erlebt hatten, ging es um die Konsequenzen.

War die Konsequenz dieser Wissenschaft: ‘Wie verhalte ich mich als Gefangener im Netz des Schicksals? Wie verhalte ich mich in der Heimsuchung der magnetischen Strahlen? Wie fange ich ihre Schläge auf? (…) Wie winde ich mich am vorteilhaftesten im Netz? Wie kann ich den besten Gebrauch davon machen, um mich durchs Leben zu schlagen, bis der Tod der Verbrennung darauf folgt?‘

UniversumOder sollte die Konsequenz sein: ‘Wie reiße ich mich aus dem Netz des Schicksals los? Wie komme ich zu einem befreienden Leben, in dem die Spinne des dialektischen Lebens mich nicht mehr aussaugt?‘

War die Konsequenz: ‘Wie folge ich mit Hilfe dieser Wissenschaft meinem Todesgang auf dem Fuße?‘ Oder sollte es so sein: ‘Da ich nun das Fatum gesehen und die Medusa angestarrt habe, nehme ich Abschied von dieser Wirklichkeit des Todes, um sie gegen die Wirklichkeit eines neuen Lebensganges einzutauschen?“

(Das Nykthemeron von Apollonius von Tyana, Siebente Stunde,
erklärt von Jan van Rijckenborgh)

In diesem Zitat wird ein Stück Geschichte der Internationalen Schule des Goldenen Rosenkreuzes deutlich. Ihre Identität veränderte sich im Lauf von einigen Jahrzehnten von der Persönlichkeitsschule zur Seelenschule und weiter zur Geistes-Schule.

Der Wandel von der Persönlichkeitsschule zur Seelenschule vollzog sich vom Gründungsjahr 1924 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges. Ab 1945 verlagerte sich der Akzent immer stärker auf den Aufbau einer Geistes-Schule. Wie lässt sich solch eine Entwicklung erklären?

In der Arbeit der Universellen Lichtbruderschaft gibt es unterschiedliche Akzente.

Es gibt Persönlichkeitsschulen, Seelenschulen und Geistesschulen, die auf unterschiedliche Weise arbeiten und in denen unterschiedliche Menschen angetroffen werden. Jeder Mensch steht auf seinem kosmischen Erfahrungsweg an einem bestimmten Punkt der Entwicklung und hat unterschiedlich viele spirituelle Werte in seinem Wesen angesammelt. Diese geistige Reife erzeugt letztlich die Resonanz, die ihn in seinem irdischen Leben zu einer der drei Schulen hinzieht.

Ziel dabei ist es, die Menschen zu einer nächst höheren Bewusstseinsstufe zu führen. Den Übergang von einem Bewusstseinszustand zum nächsten in einer solchen Schule nennt man Einweihung.

Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum es solch eine Vielzahl unterschiedlicher spiritueller Gruppen gibt. Jeder geistig strebende Mensch erhält dadurch die Möglichkeit, seinen geistigen Wachstumsprozess in einer ihm angepassten Weise fortzuführen.

Die Geistes-Schule oder Mysterienschule des Rosenkreuzes konnte entstehen und sich entwickeln, weil eine genügend große Menschengruppe eindeutig auf die Verbindung von Seele und Geist ausgerichtet war und ihr Verlangen intensiv genug nach dieser Erfüllung verlangte. Dadurch konnten die Diener der Bruderschaft der unsterblichen Seelen bei diesem Feuer anknüpfen und eine Verbindung zu der werdenden Geistesschule herstellen. In ihr entstand ein mächtiges Kraftfeld, das bis heute wie ein alchemischer Feuerofen der Transformation wirkt, in dem, bildhaft gesprochen, unedle Metalle in Gold verwandelt werden.

[Redaktion]