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Weihnachten – die Geburt des Lichtes im Menschen

Jährlich am 24. Dezember wird das Weihnachtsfest gefeiert und der Geburt Jesu Christi vor rund 2000 Jahren gedacht. Die christliche Welt begeht den Heiligen Abend meist als Familienfest mit gegenseitigem Beschenken.

LichtWeihnachten hat in seiner heutigen Form die Werte der Tradition weitgehend verloren, es ist zu einem kommerziellen Kult geworden. Der Einzelne kann die historische Heilstatsache kaum mehr in einen aktuellen Bezug zu sich selbst setzen. Wer kennt noch die tiefere Bedeutung der Worte „stille Nacht, heilige Nacht“, Weih-Nacht, Heiligabend oder Christfest? Dennoch stimuliert das „künstliche“ Licht der Weihnachtsbeleuchtung und der unzähligen Kerzen die Erinnerung an … ja woran?

Das Licht weckt die Sehnsucht der Menschen nach wirklichem Licht, nach innerer Erleuchtung. Die Weihnachtsgeschichte wird jedoch erst dann eine erfahrbare Wirklichkeit, wenn „Christus – das Licht der Welt“ im Herzen geboren wird.

Angelus Silesius, ein christlicher Mystiker, drückte es vor 350 Jahren so aus: „Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir, so wärst du doch verloren“.

Warum verloren? Weil das symbolische Ritual des Weihnachtsfestes das verdunkelte Bewusstsein des Menschen nicht erhellen kann. Trotz der äußeren Bemühungen, sich dem Mysterium der geweihten Nacht zu nähern, wird er ohne die reale innere Erfahrung der unsterblichen Christuskraft vergehen.

Denn: Nur aus einem neuen Samen kommt ein neues Geschöpf, heißt es in der alten Weisheit. Das bedeutet, dass aus dem „Samenkorn Jesu“ eine umfassende Neuschöpfung entstehen kann, der geistige Mensch. Der weihnachtliche Mythos wird ergründet, wenn der Mensch seinem Leben eine fundamental neue Richtung gibt. Wenn er den Impulsen des göttlichen Lichtfunkens in seinem Herzen folgt, um die Nacht seiner Seele zu erhellen. Licht ist das Symbol für Erkenntnis, für ein neues Bewusstsein. Im Evangelium wird geschildert, wie sich die unsterbliche Seele, Jesus, entwickelt und schließlich vom Geist berührt wird. Als Christus, als wiedergeborener, erneuerter Mikrokosmos, geht er in das Ewige Leben ein. Deshalb ist die innerlich erlebte Christnacht das zentrale Ereignis in einem Menschen-leben: Der Beginn eines neuen Menschseins.

Die 7 Briefe des Online-Seminars beschreiben, wie sich der Mensch auf die innere Lichtgeburt vorbereiten und so Jesus, seiner neuen Seele, den Weg bereiten kann.

Das Gesetz des Herzens (Spiritualität und Gesetz, Teil 3)

Ob Gesetz, Vorschrift, Regel oder Richtlinie – jeder spirituell Strebende wird diese je nach Bewusstseinszustand als Zwang und Einschränkung auffassen – oder als Hilfestellung und Wegweiser.

Am Anfang des Weges nähert man sich den äußeren Verhaltensweisen in der Schülergemeinschaft an. Nach und nach wird deutlich, dass im eigenen Inneren andere Kräfte wirken und damit auch andere Gesetzmäßigkeiten gelten als im Außen. Je mehr sich die Einflüsse der neuen Beseelung im Bewusstsein des Schülers bemerkbar machen, desto mehr wird auch das innere Gesetz erkannt. Alles, was aus dem Geistkern in das Herz „geschrieben“ wird, kann zum Bewusstsein durchdringen und im Leben angewendet werden.

In dem Buch Die Gnosis in aktueller Offenbarung schreibt Jan van Rijckenborgh, einer der Gründer der Geistesschule des Rosenkreuzes:

Rosenherz„Sie werden jedoch verstehen, dass die Schule Ihnen keine Lebensregeln zu geben wünscht … keine neuen 10 Gebote … Wenn Christus sagt: Folget mir nach … wird damit gemeint, dass Sie dem Gesetz folgen sollen, so wie es in Ihr Herz geschrieben ist … Wenn Sie nun das Licht in sich gut untersuchen, werden Sie entdecken, dass in dieser Strahlung auch eine Reihe Anweisungen darüber enthalten sind, wie Sie das in diesem Licht Erkannte verwirklichen können. Das ist das Gesetz in Ihrem Herzen … Und doch ist dieses innerliche Gesetz bei allen sehr verschieden … was in Ihr Herz geschrieben ist … passt sich völlig Ihrem Seinszustand an …“ (…gekürzt)

„Gnostische Gesetze?“ Ja. Sie sind die Grundlage für alle Manifestationen des göttlichen Geistes.

Der himmlische Mensch lebt durch sie und erfüllt sie.

Der irdische Mensch wird vom gnostischen Gesetz „gelebt“, ohne es jedoch zu erfüllen, denn es ist ihm noch nicht bewusst.

Der Rosenkreuz-Schüler erkennt es innerlich und strebt danach, es zu erfüllen.

Kalender-Spruch Oktober 2016

„Allein geht man schneller, zusammen geht man weiter.“

(aus Afrika)

Allein geht man schneller –  das kann heißen: man ist buchstäblich schneller am gesteckten Ziel, zum Beispiel im Sport oder im Beruf. Meist ist dieser Wettlauf nur zu gewinnen, wenn man Stress, Konkurrenzkampf, Verdrängung anderer und sogar Betrug  in Kauf nimmt.

Im übertragenen Sinn kann es bedeuten: Ohne Rück-Sicht auf die Belange anderer und deren Interessen nur das eigene Ziel zu verfolgen, vielleicht negative Folgen dieses Handelns auszublenden.

HändeZusammen geht man weiter – Dies geschieht in der Erkenntnis, dass der Mensch immer als Teil einer Gruppe, einer Gesellschaft lebt, wo das Zusammengehen die Voraussetzung für ein einigermaßen harmonisches Zusammenleben bildet und so die Kontinuität des sozialen Friedens sichert. Dieses Bewusstsein der gemeinsamen Existenz trotz aller individuellen Unterschiede war und ist die Grundlage der Kultur. Es ist die Wurzel von Werten wie Humanität, Solidarität, Demokratie. 

Auch für das spirituelle Leben gilt das Prinzip: Gemeinsam kommen wir weiter. Die geistigen Führer der Menschheit haben sich immer bemüht, möglichst viele Menschen in dem Prozess der Höherentwicklung des Bewusstseins mitzunehmen. Denn was nützt die höchste Erleuchtung eines Einzelnen, wenn die große Mehrheit der Menschen davon ausgeschlossen bleibt? Große Eingeweihte wie Buddha, Krishna, Hermes Trismegistos, Moses, Plato, Jesus Christus verschwanden nicht im Alleingang in unerreichbaren Sphären. Sie sammelten Jünger um sich, errichteten philosophische Akademien und gründeten Mysterienschulen, um möglichst viele Zeitgenossen in den Strom der geistigen Entwicklung der Menschheit hineinzuziehen. Ihre Aufgabe als göttliche Abgesandte war es, bei der Heiligung aller Menschen mitzuhelfen.

Die Geburt Christi im Menschen

Eine Ergänzung zum fünften Seminarteil, „Die Bedeutung der Persönlichkeit:

„Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir, so wärst du doch verloren.“

(Angelus Silesius/Johann Scheffler, 1624-1677)

Der Mystiker sagt deutlich, dass der Christus im Menschen geboren werden muss. Anscheinend reicht es nicht aus, dass Jesus (später Jesus der Christus genannt) vor 2000 Jahren in Bethlehem geboren wurde, stellvertretend für die Sünden der Menschheit gestorben ist und dadurch zukünftig die Menschen erlöst werden. Diese sind dennoch verloren in dem Sinn, dass sie solange immer wieder inkarnieren müssen, bis in ihrem eigenen System, dem Mikrokosmos, Christus geboren wird. Wie geschieht das?

Friedrich Nietzsche
Friedrich Nietzsche

Jeder muss auf der Basis des Geistkerns in seinem Inneren den spirituellen Weg selbst gehen. In diesem Prozess der tiefgreifenden Veränderung wird dann der Christus im Menschen „geboren“. Das bedeutet, dass Jesus, die neue Beseelung im Menschen, vom göttlichen Geist berührt werden kann und dadurch zu Jesus Christus, zur Geist-Seele, wird. Ein Mensch mit solch einer neuen Seele, die den Schwingungen des Geistes entsprechen kann, ist nicht „verloren“ im Kreislauf von Geburt und Tod, sondern wird am Ende seines Weges in die göttliche Sphäre enthoben.

[Redaktion]

Das Licht des Christus in mir

In was kannst du dich so versenken?
Und kannst du dich dem so hingeben,
dass alles um dich herum unwichtig wird,
dass alles in dir zum Schweigen kommt, –
und der Lärm um dich herum, dich nicht erreicht?

Rose Innerer Quell

Was kann dir so viel Vertrauen schenken,
wo findest du die Sicherheit,
dass du so darin aufgehen kannst?
Und kannst du dich dem so selbstverständlich hingeben,
dich so verbunden wissen, egal, wo du dich befindest?
Was ist dir so nah?

[Redaktion]