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Widerstand gegen den „Widerstand“? Teil 2

Widerstand als Identität

Widerstand aus Angst – Widerstand aus Antipathie – Widerstand gegen Konkurrenz – Widerstand aus Selbstschutz –

Jeder kennt persönliche Beispiele, die dazu passen …

Täglich, von morgens bis abends, denkt, fühlt und handelt man „in Widerstand“. Letztlich existiert im Bewusstsein nur noch Widerstand gegen alles und jeden. Es scheint ein Urtrieb des Menschen zu sein, als personifizierter Widerstand durch die Zeit zu jagen – und doch nie alle Widerstände beseitigen zu können.

Widerstände vereinnahmen vielfältige Gehirnaktivitäten, fressen große Teile der psychischen Energie und missbrauchen die fünf Sinne für ihre Zwecke. Wie ein erschöpfter Sisyphus resigniert man von Zeit zu Zeit, um bald danach die Rettung der eigenen Identität erneut sicherzustellen und Widerstand zu leisten gegen das, was sie uns rauben könnte. Manchmal sieht es im Kopf aus wie in einem Computerspiel: Es gibt Verbündete und Feinde, Kämpfe und Feste, Niederlagen und Siege. Aber wie innen so auch in der Außenwelt. Kaum tritt man vor die Tür, wird Widerstand provoziert und das Spiel geht weiter. „Alles, was anders ist als ich, bedroht mich. Intuitiv weiß ich, dass alle anderen Menschen genau nach derselben Strategie durchs Leben gehen“ – und damit schließt sich der Kreis.

Symptome und Ursachen

Januskopf
Januskopf

Die Polarität von Stand-Punkt und Wider-Stand, von Kraft und Gegenkraft, scheint ein umfassender und tief gehender existenzieller Zustand des Menschen zu sein. Mit Hilfe der Kultur wird versucht, die beiden Pole zu überbrücken: Die vielfältigen Einzelinteressen werden unter einem Dach auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners vereinigt, um schließlich einen Kompromiss zu schließen. Kooperation statt Konkurrenz. Widerstände werden zeitweise neutralisiert.

Unzählbar sind die therapeutischen Versuche der Psychologie, die in der Seele unablässig sprießenden Widerstände abzuschwächen. Symptombekämpfung!

Ursache für Widerstand sind Eigenwilligkeit und Selbstbehauptung. Also Vor-Stellungen, Glaubenssätze, Überzeugungen, Dogmen, Illusionen, Fantasien, von denen nicht abgewichen wird. Wie mit Scheuklappen versehen, fällt der Blick in einen schmalen Korridor der Realität des „Ich bin“.

Rückkehr in die Einheit

Die Quelle der Eigenmächtigkeit im Menschen konnte bisher nicht zugeschüttet werden, weder durch Kultur, noch durch Erziehung oder Gewalt, nicht einmal durch den Tod. Anscheinend enthält die gegenwärtige „Konstruktion Mensch“ einen Systemfehler. Warum fällt es dem Menschen so schwer, seine egozentrische Identität aufzugeben? Weil die Menschheit die Große Einheit verlassen hat. Das Bewusstsein des Menschen ist ein Trennungsbewusstsein. Das Gegenstück zur Trennung, die Einheit, findet der Mensch in dem geistigen Kern in seiner Mitte. Er ist ein Steinchen, vor Urzeiten herausgefallen aus dem Mosaik der göttlichen Schöpfung. Wer seinem eigenen Widerstand widersteht und  den Geist der Einheit in sich lebendig werden lässt, wird vom „Fluss des Lebens“ durch sein Mit-Bewegen in eine widerstandsfreie Zone aufgenommen. Sein Bewusstsein überbrückt die Polarität von Zeit und Ewigkeit.

Sein und Schein: Unterscheidung der Ebenen

Niemand kann sich den stets stärker einstrahlenden Schwingungen des Aquarius-Zeitalters entziehen. Einzelne Menschen und Gruppen reagieren auf verschiedenen Ebenen auf diese Impulse. Aus Rosenkreuzer-Sicht gibt es neben der Erkenntnis, dass alles Leben im Grunde untrennbar verbunden ist, auch die ebenso wichtige Aufgabe, die Wirkungsbereiche zu unterscheiden, in denen der „Ruf“ aus der höheren/geistigen Sphäre seine Wirksamkeiten entfaltet. Nicht umsonst wird von Sein und Schein gesprochen. Der Schein wird mit der Formenwelt, mit Unvollkommenheit und Vergänglichkeit assoziiert. Die Welt des Geistes, die Ewigkeit sendet ihre Strahlung zur Menschheit – ihre Qualität ist nicht in der Zeit zu verwirklichen.

Januskopf
Januskopf

Der heutige Mensch könnte damit aufhören, den ursprünglichen Zustand des unsterblichen göttlichen Menschen in der vergänglichen Formenwelt zu imitieren. Die so ersehnte Einheit kann nicht gelingen, wenn sie auf der Basis egozentrischer Persönlichkeiten aufgebaut wird. Es geht um eine fundamentale Verwandlung jedes Einzelnen. Die Welt mit all ihren Gegensätzen ist der Schauplatz, auf dem sich diese Verwandlungsprozesse vollziehen können. Ihre Gegensätzlichkeit wird die Welt dabei nicht verlieren. Sie kann die Menschen immer wieder an das hohe Ideal der göttlichen Sphäre, dem absoluten Sein, erinnern, wird ihm in ihrer Vergänglichkeit jedoch nie entsprechen.

Eine ausführlichere Darstellung zu diesem Thema finden Sie im zweiten Seminarteil: „Der Mensch in zwei Welten“.

Das Leben ist all die Mühen wert, wenn der Mensch eine Brücke bildet zwischen Zeit und Ewigkeit. Die geistige Sphäre braucht Formen und menschliche Herzen, Häupter und Hände, um sich in der Welt offenbaren zu können. Diese Formen werden jedoch immer nur unvollkommene und vorübergehende Werkzeuge sein, niemals Selbstzweck.

[Redaktion]

Wie kann ein Mensch wiedergeboren werden?

Nikodemus fragt:

„Wie kann ein Mensch wiedergeboren werden, wenn er alt ist? Kann er wiederum in seiner Mutter Leib gehen und neu geboren werden?

Jesus antwortete: „Wahrlich, ich sage dir, es sei denn, dass jemand wiedergeboren werde aus dem Fleische und dem Geiste, so kann er nicht in das Reich Gotte kommen. Der Wind bläst, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht von wannen er kommt und wohin er fährt.

Goldenes EiDas Licht scheinet vom Osten zum Westen; aus der Finsternis steigt die Sonne empor und geht wieder hinab in die Finsternis. Also ergehet es dem Menschen in alle Ewigkeit.

Wenn sie aus der Finsternis kommt, so hat sie vorher gelebt, und wenn sie wieder niedersinkt, so geschieht es, auf dass sie ein wenig raste und dann abermals lebe.

Also müsset ihr durch viele Wandlungen hindurch, damit ihr vollkommen werdet, so wie es geschrieben steht in dem Buche Hiob: Ich bin ein Wanderer und wechsle einen Platz nach dem andern und ein Haus nach dem andern, bis ich in die Stadt und in das Haus komme, die ewig sind.“

Evangelium des vollkommenen Lebens, Kapitel 37

Zwischen-Raum

Die menschliche Atmung besteht aus drei Teilen – die Einatmung, die Ausatmung und Atempause. Jeder Herzschlag ist in drei Phasen unterteilt – das Zusammenziehen und das Ausdehnen der Muskeln sowie eine Pause dazwischen. Auch in der Musik gibt es zwischen den Tönen kürzere oder länger Phasen, in der die Musik verstummt.

Ohne Pausen wäre Musik gar nicht möglich.  Man kann sogar sagen, dass anfänglich die Pause – die Stille da war und in diese Stille hinein die Töne der Musik gewebt werden.

Geode

Eine Pause ist ein leerer Raum, ein Zwischenraum, ein Innehalten im täglichen Lebensrhythmus. In diesem Zwischenraum liegt ein wunderbares Potential verborgen. Er enthält eine große Kraft.

Der Moment des Abstandnehmens von jeglicher äußerlicher und innerlicher Aktivität ist so bedeutsam, da er gerade diesen Zwischenraum bewusst macht, indem alles Alte endet und Neues beginnt. Das Entleeren der innersten Nischen und tief verborgenen Wünsche, das Loslassen und Still werden, macht diesen inneren Freiraum sichtbar.

Wenn dieses Leer- Sein eintritt, wenn absolut nichts da ist, kein Einfluss, kein Wert, keine Grenze, kein Wort, dann ist in diesem vollkommenen Stillstand von Zeit und Raum das anwesend, was unnennbar ist. Dann kann das ganz Andere wahrgenommen werden. Dann sind wir offen für das Andere, das alles durchdringt, alles umgibt und alles umhüllt.
Der Zwischenraum erweitert sich zu einem ewig seienden Raum, der hinter allem pulsiert.

[Redaktion]

Das goldene Licht

Dein goldenes Licht ließ sich in mein Gehirn hernieder;
des Geistes graue Räume spiegeln, sonn-belegt,
geheime Ebenen der Weisheit strahlend wider,
die Flamme brennt, es herrscht Erleuchtung unbewegt.

Lichtstrahlen

Dein goldenes Licht kam bis in meine Kehle nieder,
und eine Gottesmelodie ist all mein Sprechen,
ein einz´ger Lobgesang an Dich sind meine Lieder
mein Wort vom Weine des Unsterblichen ein Zeichen.

Dein gold´nes Licht begab sich in mein Herz hinein,
und Deine Ewigkeit nahm in Beschlag mein Leben.
Für Deinen Aufenthalt war es zum Tempelschrein,
all seine Leidenschaft zu Dir allein ein Streben.

Und als Dein goldenes Licht mir in die Füße fiel,
ward meine Erd´ Dein Sitz und Stätte Dir zum Spiel.

aus Sri Aurobindo, Sonette

Weisheit und das astrale Feld des Menschen

Sonnenuntergang mit Mensch„Alle Weisheit, die in einem Menschen ist,
alle Weisheit, die also zugleich eine Kraft ist,
wird in das astrale Feld projiziert, in dem der Mensch lebt.
Ist dieses astrale Feld von erhabener und universeller Art
und haben dessen Weisheit und Kraft Ewigkeitswert,
dann besitzen die Projektionen ebenfalls Ewigkeitswert,
dauern an und bewirken Kraft“.

Die Alchimische Hochzeit des Christian Rosenkreuz, Teil 1
Jan van Rijckenborgh