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Gesetze – Zwang oder Hilfe? (Spiritualität und Gesetz, Teil 1)

Die Welt ist voller Gesetze! Planeten ziehen ihre Bahn am Himmel. Die Schwerkraft lässt den Teller am Boden zersplittern. Der Magnet zieht an oder stößt ab. Das Gesetz von Ursache und Wirkung, das Karma, lautet: Jede Tat hat Folgen. Und der Volksmund weiß: „Wer nicht hören will muss fühlen“. „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“.

Weidendach

Es gibt keinen Lebensbereich, der nicht von Gesetzen, Regeln und Richtlinien bestimmt wird. Manche davon wirken universell, andere sind menschengemacht.
Hilfreich ist die Unterscheidung zwischen den Gesetzen, die das irdische Leben regeln, und den Gesetzmäßigkeiten in der göttlichen Sphäre.

Der Mensch auf Erden braucht Gesetze, die ihn in eine Ordnung einbetten, ihm einen Rahmen und Halt geben. Er benötigt Leitlinien, damit er nicht völlig im Lebenskampf untergeht oder sich selbst auslöscht.

Die geistigen Gesetze dienen dazu, die Lebewesen der Schöpfung auf die nächst höhere Stufe ihrer Entwicklung zu führen. Sie garantieren, dass das geistige Potential des Menschen sich entfalten kann.

Dementsprechend spricht das Rosenkreuz in seiner Philosophie von zwei Naturordnungen: Die Gebiete des göttlichen Geistes und darin eingeschlossen, jedoch fundamental davon getrennt, das Diesseits und das Jenseits als die beiden Hälften der irdischen Welt.

In der Schule des Rosenkreuzes gibt es Vorschriften, Regeln und Richtlinien. Was ist für einen spirituellen Weg an Vorgaben grundsätzlich nötig und was kann nur individuell vom Schüler selbst entschieden werden? Das hängt von der jeweiligen Sichtweise ab! Was für den einen autoritär erscheint, ist für den anderen eine Hilfestellung. Hinzu kommt bei einigen die Neigung, sich selbst ein „Gesetzbuch“ vorzugeben, nach dem sie ihren Schülerweg gestalten.

Warum braucht die Menschheit überhaupt Gesetze? Weil seit Erscheinen des Menschen auf Erden sein Selbstbewusstsein stetig gewachsen ist und seine Individualität sich mehr und mehr ausprägt. Jede Kultur muss deshalb Regeln für das soziale, wirtschaftliche und politische Zusammenleben der Gesellschaft aufstellen, will sie auf lange Sicht Bestand haben. Mittlerweile ist die Selbstbehauptung des Menschen so stark geworden, dass der dünne Kulturfirnis nur mühsam in der Lage ist, die Egozentrik der Menschen in Schach zu halten. Die Einzelheiten präsentieren uns die Medien jeden Tag.

Der Mensch unterliegt (neben den Naturgesetzen) drei Arten von Gesetzen.

  • Für die Persönlichkeit gibt es das Bürgerliche Gesetzbuch und die kulturellen Gepflogenheiten ihres Landes.
  • Die Seele des Menschen funktioniert nach energetischen Gesetzmäßigkeiten.
  • Der geistige Kern in der Mitte des Mikrokosmos reagiert auf gnostische Gesetze.

Das bedeutet, dass die jeweils herrschenden Gesetze eng an die Eigenschaften des Lebensraumes und die Eigenart seiner Bewohner gekoppelt sind.

Im 2. Teil geht es um innere und äußere Gesetze.

Kalender-Spruch November 2016

Science Fiction: Tür zum Himmel

„Wenn du die Tür offenlässt, kannst du sicher sein, dass jemand eintreten wird.“

(aus Afrika)

Wenn man sich in der Welt umschaut, wird deutlich, dass in jedem Land, in jeder Region  die Menschen ein anderes Verhältnis zu „ihrer“ Tür haben. In der Bambushütte unter Palmen ist die Tür nur ein Durchgang, woanders wird die Haustür geschlossen, aber nicht abgeschlossen. In Städten werden Türen abgeschlossen, teilweise mit Vorhänge-schlössern gesichert oder sogar mit einem elektronischen Sicherungssystem inklusive Alarmsignal versehen.

Vorsichtsmaßnahmen dieser Art haben den Sinn, sich vor Diebstahl und ungebetenen Gästen zu schützen. Die schlechten Erfahrungen vieler führen dazu, dass der Spruch Wenn du die Tür offenlässt, kannst du sicher sein, dass jemand eintreten wird nur negativ gesehen wird: Als Warnung.

Anderes dagegen beim „Tag der offenen Tür“, „Tag des offenen Denkmals“ und Ähnlichem. Hier wird eine Einladung ausgesprochen. Gäste werden gezielt aufgefordert, durch die offene Tür einzutreten.

Wenn man diesen Spruch auf die spirituelle Ebene bezieht, fungiert das Bewusstsein als Tür. Es bestimmt, wer oder was hindurch geht und den Menschen beeinflusst. Dabei wird das Gesetz der Anziehung und Abstoßung wirksam. Was der Mensch im Innersten begehrt, was bestimmend ist für sein Denken, Fühlen und Handeln – das wird durch die Tür eintreten. Alles andere wird abgestoßen. So hat jeder weitgehend in der Hand, was er abwehrt und was er einlädt.

Mit den übergeordneten Kräften des Schicksals verhält es sich im Prinzip ähnlich. Die Persönlichkeit, die im Mikrokosmos lebt, kann durch die Erneuerung der Seele und des Bewusstseinszustandes eine gewisse Autonomie erreichen. Störende Einflüsse können nicht so leicht in den Mikrokosmos eindringen, helfende Lichtkräfte dagegen werden hineingezogen. So ist langfristig die geistige Entwicklung gesichert – selbst wenn karmische Stolpersteine immer wieder das Vorwärtskommen auf dem spirituellen Pfad erschweren.

Die verborgene Tür zur Identität

Schäm dich nicht, Mensch zu sein, sei stolz!
In dir öffnet sich Gewölbe um Gewölbe, endlos.
Du wirst nie fertig, und es ist, wie es sein soll.“

aus: Tomas Tranströmer, Romanische Bögen

Der, der dies sagt, hat eine ihm bisher verborgene Tür zu seiner Identität als Mensch geöffnet und sein Bewusstsein schaut zum ersten Mal in die Gewölbe seines Mikro-Kosmos. Die Persönlichkeit ist die sterbliche Gestalt, die Erde, inmitten dieses kleinen Kosmos. Der Mensch steht da und schaut gleichsam in den Himmel seiner mikrokosmischen Kugel.

MenschDie alte Weisheit beschreibt den Himmel als ein siebenfach gestuftes Gewölbe. Ob ein Menschenleben ausreicht, all diese Weiten zu erforschen? In einem dieser Gewölbe sind die Spuren der unzähligen Erdenleben eingraviert, das Karma. Diese Spuren, konzentriert zu „Sternen“, senden ihre Lichtenergie in das Haupt der Persönlichkeit. So formen sie maßgeblich den Lebensweg des Menschen. Von diesem Bild wurde einstmals der Begriff Astro-Logie abgeleitet.

Am mikrokosmischen Firmament wartet außerdem noch eine verborgene geistige Sonne auf ihre Stunde, bis die Wolken der Gedanken und Gefühle in der Atmosphäre des Mikro-Kosmos weggefegt werden und der Geist die göttliche Seele wieder erleuchten kann.

Dann ist der ursprüngliche geistige Mensch wieder geboren – unsterblich und vollkommen, so wie er sein soll: ein göttliches Ebenbild, in dem sich sein Schöpfer spiegeln kann.

[Redaktion]

Die Intuition der neu werdenden Seele

Intuition empfängt Eindrücke, die oberhalb des Wahrnehmungsbereichs der Sinnesorgane liegen. Es gibt Intuition auf verschiedenen Stufen, z. B. wie der Instinkt der Tiere auch beim Menschen auf der Persönlichkeits-Ebene, aber auch in Verbindung mit höheren astralen Ebenen, je nach dem Reifezustand der Seele.

Gesicht IntuitionWie nehmt Ihr den Unterschied zwischen natürlicher Intuition und höherer, göttlicher Intuition wahr?

Beispiele für intuitives Wahrnehmen auf der Persönlichkeitsebene: man spürt, dass es einem nahe stehenden Menschen schlecht geht oder dass Gefahr droht. Es gibt Menschen, die Ereignisse voraus sehen können. Oder auch „Gedankenübertragung“. Man kann die innere Bewegtheit oder das psychische Wesen eines Menschen wahrnehmen.

„Göttliche“ Intuition dagegen ist das Erkennen der Wahrheit oder auch der Einheit; dessen, was über Sympathie und Freundschaft hinaus geht oder auch das Wahrnehmen des göttlichen Wesens in anderen Menschen.

Wie erlebt Ihr Intuition im Alltag?

Beispiel: die Begegnung mit einem anderen Menschen macht mir ein ganz ungutes Gefühl. Im Denken tauchen dann Bilder aus der Erinnerung an ähnliche Erlebnisse auf oder andere Assoziationen, die in mir bewusst oder meist eher unbewusst zu einem Urteil über diesen Menschen führen: z.B. der lügt, der ist nicht echt, arrogant, der will mir was. Und dem entsprechend ist mein Handeln: es kommt zu Streit oder ich meide in Zukunft die Begegnung.

Die Intuition der neu werdenden Seele erfasst dagegen viel weiter: sie fühlt keinen Angriff auf der Persönlichkeits-Ebene, sondern nimmt den anderen Menschen auch in seinem Suchen nach höherem Leben wahr und weiß, dass er wegen seiner karmischen Prägung nicht anders handeln kann. Das Gefühl ist Liebe und das Denken kann eine Frage formulieren, wie die Situation zu klären ist oder dem anderen zu helfen ist.

[Frau M.]

Kalender-Spruch April 2016

Unabhängig von der Richtung des Windes geht die Sonne immer dahin, wo sie hin muss.

(aus Afrika)

Entwicklungssprung in der EvolutionDie Sonne folgt in ihrem Lauf – wie jedes Gestirn – einem Naturgesetz, das dafür sorgt, dass sich die Bewegungen aller Himmelskörper in Harmonie vollziehen. Sterne werden geboren, leuchten am Himmel und sterben. Was auch geschieht, wie auch die Winde wehen – das Gleichgewicht zwischen anziehenden und abstoßenden Kräften hält die Sterne in ihren Bahnen.

Für den Menschen als Mikro-Kosmos gilt dies ebenso. Seine Kreisbahn vollzieht sich zwischen Diesseits und Jenseits. Der Kreislauf von Geburt und Tod wird durch das Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma) erzeugt. Unabhängig davon, woher die Winde des Lebens wehen – diese vorgezeichnete Spur kann der Mensch nicht ohne weiteres verlassen – es sei denn, seine inneren energetischen Verhältnisse ändern sich grundlegend. Wenn der Mensch einen spirituellen Weg einschlägt und sich mit den Kräften des Geistes verbindet, werden die anziehenden irdischen Kräfte nach und nach weniger und die anziehenden Kräfte der göttlichen Sphäre werden stärker.

[Redaktion]

Karma – das Gesetz von Ursache und Wirkung

Im dritten Seminarteil heißt es:

„Das Karma-Gesetz – das Gesetz von Ursache und Wirkung – ist ein zentrales göttliches Gesetz.“

Wie oft höre ich den Satz: „Tja, Pech gehabt, ist eben Schicksal“. Das klingt nach Resignation und einem passiven Zustand:  man kann da sowieso nichts machen.

Justitia Nemesis

Gleichzeitig weiß ich auch, dass ganz allgemein gesprochen auf eine Aktion eine Reaktion folgt. Ist es demnach möglich, mein Verhalten so zu steuern, dass die Reaktion positiv ausfällt?

Der erste naheliegende Schritt wäre dann, mein eigenes Schicksal ohne Bewertung anzunehmen. Also meine Haltung gegenüber festgeschriebenen Gesetzen zu ändern, statt im Groll Widerstand dagegen aufzubauen.

Wie gelingt es mir, gelassener mit meinem Schicksal umgehen zu können?

Die Erkenntnis, dass alles, was uns widerfährt, weder gut noch schlecht ist, gibt aufkommenden Widerständen gegen unser Schicksal keine Möglichkeit mehr, das eigene Handeln zu beeinflussen. Entscheidend ist, wie wir unser Schicksal bewerten und was wir daraus machen wollen. Begreife ich es als Bedrohung oder sehe ich darin eine Chance, mich zu verändern und den Beweggrund meines Denkens, Fühlens und Handelns zu prüfen: Aus welcher Kraft heraus handele ich?

Wenn ich ehrlich zu mir bin und Bilanz ziehe, also erkenne, was ich da täglich anrichte, weil ich zu unbewusst lebe – dann kann ich mein Verhalten nach und nach ändern. Mein Leben bekommt eine andere Ausrichtung. Aber wo ist da die Verbindung zu dem göttlichen Gesetz?

Wenn ich bereit bin, die geistige Kraft in mir als Führung anzuerkennen, dann wird mich der Fluss des Lebens so leiten, dass ich allmählich dieses göttliche Gesetz tatsächlich erfülle.

[Redaktion]