Schlagwort-Archive: Schwingung

Kalender-Spruch September 2016

„Ein Mensch ohne Freund ist wie die linke Hand ohne die rechte Hand.“

aus Afrika

HändeDer Mensch wird mit einer linken und einer rechten Hand geboren. Ohne einen Freund ist er unvollständig, nur ein halber Mensch, sagt das Sprichwort.

Was die persönlichen sozialen Beziehungen angeht, so ist Freundschaft zu einem oder mehreren Menschen etwas sehr Wertvolles. Aber es gibt auch einsame Mitmenschen, die ohne Freunde leben müssen.

Wer in einer Gruppe einen spirituellen Weg geht, mag äußerlich betrachtet, ohne Freunde sein – auf der Ebene der Seele und des Geistes ist er mit allen Gruppenmitgliedern in einer Art höherer Freundschaft verbunden. Das ist das wesentliche Merkmal einer spirituellen Gruppe. Denn die gemeinsame Ausrichtung auf das geistige Ziel lässt die Gruppen-mitglieder energetisch gleichartig schwingen. Sie sind wie die Zellen eines Körpers, eines Organismus, wo alles aufeinander abgestimmt und miteinander verbunden ist.

Basierend auf dem Begriff Bruderschaft der klassischen Rosenkreuzer des Mittelalters sind auch heute alle Schülerinnen und Schüler zur Bruderschaft des Rosenkreuzes im Lectorium Rosicrucianum vereint. Sie fühlen sich als Brüder und Schwestern im Geist, unabhängig davon, ob sie persönlich befreundet sind oder nicht.

Verantwortung übernehmen? Teil 3 von 3

Kosmische Verantwortung

An den großen Entwicklungen in der Welt können Einzelne nicht sonderlich viel ändern.
Außerdem gilt:

„Man kann Probleme nicht auf der Ebene lösen, auf der sie entstanden sind.“
(A. Einstein)

Das bedeutet für den spirituell strebenden Menschen, dass er sein Leben auf eine höhere Wirklichkeit ausrichtet. Dies beginnt mit seinen Gedanken, seinen Gefühlen und seinen Handlungsimpulsen. Sie wirken in seiner Umgebung, aber auch in den feinstofflichen Sphären rund um die Erde. Wie ein Spiegel reflektieren diese Felder das von den Menschen Ausgestrahlte auf die Erde zurück. Der Kreislauf der ununterbrochenen Wechselwirkung kann praktisch nicht unterbrochen werden. Darum ist die Welt so wie sie ist. Der Weg der Veränderung verläuft von innen nach außen. Ein universell gültiges Gesetz besagt, dass höhere Schwingungen niedrigere Schwingendes durchdringen, beeinflussen und verändern können.

Konferenzort Caux bei Nacht, mit Tempel, 1995
Konferenzort Caux bei Nacht, mit Tempel, 1995

Wenn der Mensch auf der Basis des inneren göttlichen Prinzips sein persönliches Leben nach und nach verändert, entfaltet sich daraus eine erneuerte Seele. Diese Seelenkräfte erfüllen sein Bewusstsein. Was von diesem Menschen ausstrahlt, besitzt dann eine neue Qualität, die reinigend, klärend und harmonisierend in der Welt wirksam werden kann. Dieser Mensch hat im kosmischen Sinn Verantwortung für Welt und Menschheit übernommen. Das bedeutet nicht, dass sich dadurch auf der sichtbaren Ebene der Dinge viel ändert. Aber die so erzeugten höheren Energien wirken in die Welt hinein, so dass dafür empfängliche Menschen damit in Resonanz treten können und ebenfalls beginnen, ihre geistigen Kräfte zu wecken und ihre „Antwort“ erklingen zu lassen.

Es gibt unzählige Menschen auf der Erde, die einem spirituellen Weg folgen und Verantwortung übernommen haben. Mögen die Antworten unterschiedliche Qualitäten haben – letztlich tragen sie alle dazu bei, die nächste Stufe in der geistigen Entwicklung der Menschheit ersteigen zu können.

Intuition: Von Fußball über Religion bis Schwingung …

Zunächst muß ich sagen, das Thema behagt mir nicht, zum einen wegen des Gegensatzpaares „Intuition“ – „Verstand“, und zweitens weil Frauen immer meinen, sie hätten „Intuition“, aber für Männer sei diese unerreichbar weil sie zu sehr mit dem „Verstandesdenken“ verbunden seien.

Das ist aber kompletter Unsinn. Es gibt Beispiele zuhauf für Intuition, wo man gar nicht daran denkt. Tore schießen beim Fußball. Ein Tor zu erzielen ist pure Intuition. Das gleiche gilt für das Gegenteil, die „unerklärlichen Reflexe“ eines Torwarts. Oder noch viel elementarer: wenn Kinder laufen lernen, tun sie das intuitiv. Jeder Autofahrer kennt die Intuition, wenn er etwa auf der Autobahn auf der Überholspur fährt und irgendwie merkt, dass auf der anderen Spur einer ausscheren will, obwohl er nicht geblinkt hat.

Gesicht IntuitionWoher kommt das Wort „Intuition“? Ich glaube der Definition des Duden nicht, sie ist mir zu „esoterisch“ und „psychologisch“, da wird mir zu spekulativ von „Unterbewußtsein“ oder dem „Unbewussten“ herumschwadroniert. Mir hingegen fällt dabei das englische Wort „tuition“ ein, es bedeutet „Unterricht“ oder „Lehre“. In-tuition wäre demnach alles, was man nicht lehren oder unterrichten kann. Wie z.B. laufen lernen, oder schwimmen, oder skifahren. Oder Tore schießen. Es gibt ja das berühmte Beispiel vom Tausendfüßler, der gefragt wird, wie er es schafft, die vielen Beine unter Kontrolle zu halten, und nachher nicht mehr laufen kann. Es gibt auch Gebiete, die ohne Intuition auskommen, zum Beispiel wenn jemand eine Sprache lernt oder mathematische Formeln. Alles Berechenbare läuft ohne Intuition ab, ebenso wie Routinearbeiten, etwa die Arbeit eines Rechtsanwaltes, Verwaltung etc.

Es gibt so etwas wie „geistige“ oder „emotionale“ Intuition, das spontane Erfassen von Zusammenhängen. Sie ist nicht alltäglich, das heißt aber nicht, daß sie „göttlich“ ist.

Die göttliche Intuition ist etwas ganz anderes. Sie wird aktiv, sobald „Gott am Ruder unseres Lebensschiffes sitzt“ (wie Jan van Rijckenborgh sich ausdrückte), und verschwindet sofort, wenn sich unser Normalbewusstsein, einer tödlichen Wolke gleich, dazwischenschiebt. Sie bewirkt unmittelbar, dass alle äußeren Umstände, wie widrig sie dem Normalbewusstsein auch erscheinen mögen, zu unseren Verbündeten werden. Sie ist begleitet von einer unnachahmlichen und unverwechselbaren Empfindung von „Selbstironie und Abenteuerlust“, Frische und Heiterkeit, und bei alldem wird klar, was mit dem Christuswort gemeint ist: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kindlein, könnt ihr nicht in das Himmelreich eingehen“.

Wir haben dabei gar nicht die Zeit, Überlegungen anzustellen wie „das gibt’s nicht!“ oder „was ist bloß mit mir los?“, weil die göttliche Intuition uns ganz ausfüllt. Es gibt nichts außer ihr. Sie kennt keinen Unterschied zwischen „Alltag“ und dem Ungewöhnlichen oder zwischen dem „Heiligen“ und „Profanen“. Alles ist spannend, und alles ist Staunen, und es sind nicht wir, die staunen. Die göttliche Intuition „ergreift von uns Besitz“, ist aber weder aufdringlich noch bedrängend.

Religiöse Menschen neigen zu dem Glauben, bei Tätigkeiten in ihrer Gemeinschaft zeige sich die göttliche Intuition in besonderem Maße. Dazu muss gesagt werden: für die göttliche Intuition gibt es keinen Vorrang für „religiöse“ Aktivitäten, in Wirklichkeit gibt es da überhaupt keine Vorrangstellung für irgendwelche Aktivitäten. Es kann wohl sein, dass beim Schreiben eines Ritual- oder Gebetstextes „wir das nicht selber tun“, aber in der Regel ist es doch wieder nichts weiter als Gefallsucht und Konformismus. Es ist immer verdächtig, wenn Menschen nur Beispiele aus dem engeren religiösen Umfeld angeben, wenn sie nach der göttlichen Intuition gefragt werden. Im Gegenteil, jeder, der die göttliche Intuition einmal erlebt hat, weiß, dass sie religiöse Vorstellungen vom Tisch wischt wie eine tote Fliege.

Eine ganz heikle Geschichte ist die Intuition des spontanen Erfassens der menschlichen Schwingung. Diese Schwingung macht die Attraktivität eines Menschen aus und entscheidet alles, und sie gibt Antwort auf Fragen wie „was hat der (bzw. die), was ich nicht habe?“ oder „wie können diese beiden ein Paar sein?“ Sie wird oft als die „Ausstrahlung“ bezeichnet, aber das ist zu wenig. Hinduistische Geheimlehren wussten schon vor Jahrtausenden, dass die Schwingung das tiefste Geheimnis ist.  Wer das bezweifelt, dem sei gesagt: Musik ist auch nur Schwingung.

Das Heikle daran ist, dass ich nicht weiß, ob diese Form der Intuition „natürlich“ oder „göttlich“ ist. Ansonsten gilt nämlich: „natürliche“ und „göttliche“ Intuition gehen nicht ineinander über. Die eine entwickelt sich nicht aus der anderen, noch ist die eine ein Ausfluss aus der anderen.

[Herr M.]