Schlagwort-Archiv: Seele

Widerstand gegen den „Widerstand“? Teil 2

Widerstand als Identität

Widerstand aus Angst – Widerstand aus Antipathie – Widerstand gegen Konkurrenz – Widerstand aus Selbstschutz –

Jeder kennt persönliche Beispiele, die dazu passen …

Täglich, von morgens bis abends, denkt, fühlt und handelt man „in Widerstand“. Letztlich existiert im Bewusstsein nur noch Widerstand gegen alles und jeden. Es scheint ein Urtrieb des Menschen zu sein, als personifizierter Widerstand durch die Zeit zu jagen – und doch nie alle Widerstände beseitigen zu können.

Widerstände vereinnahmen vielfältige Gehirnaktivitäten, fressen große Teile der psychischen Energie und missbrauchen die fünf Sinne für ihre Zwecke. Wie ein erschöpfter Sisyphus resigniert man von Zeit zu Zeit, um bald danach die Rettung der eigenen Identität erneut sicherzustellen und Widerstand zu leisten gegen das, was sie uns rauben könnte. Manchmal sieht es im Kopf aus wie in einem Computerspiel: Es gibt Verbündete und Feinde, Kämpfe und Feste, Niederlagen und Siege. Aber wie innen so auch in der Außenwelt. Kaum tritt man vor die Tür, wird Widerstand provoziert und das Spiel geht weiter. „Alles, was anders ist als ich, bedroht mich. Intuitiv weiß ich, dass alle anderen Menschen genau nach derselben Strategie durchs Leben gehen“ – und damit schließt sich der Kreis.

Symptome und Ursachen

Januskopf
Januskopf

Die Polarität von Stand-Punkt und Wider-Stand, von Kraft und Gegenkraft, scheint ein umfassender und tief gehender existenzieller Zustand des Menschen zu sein. Mit Hilfe der Kultur wird versucht, die beiden Pole zu überbrücken: Die vielfältigen Einzelinteressen werden unter einem Dach auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners vereinigt, um schließlich einen Kompromiss zu schließen. Kooperation statt Konkurrenz. Widerstände werden zeitweise neutralisiert.

Unzählbar sind die therapeutischen Versuche der Psychologie, die in der Seele unablässig sprießenden Widerstände abzuschwächen. Symptombekämpfung!

Ursache für Widerstand sind Eigenwilligkeit und Selbstbehauptung. Also Vor-Stellungen, Glaubenssätze, Überzeugungen, Dogmen, Illusionen, Fantasien, von denen nicht abgewichen wird. Wie mit Scheuklappen versehen, fällt der Blick in einen schmalen Korridor der Realität des „Ich bin“.

Rückkehr in die Einheit

Die Quelle der Eigenmächtigkeit im Menschen konnte bisher nicht zugeschüttet werden, weder durch Kultur, noch durch Erziehung oder Gewalt, nicht einmal durch den Tod. Anscheinend enthält die gegenwärtige „Konstruktion Mensch“ einen Systemfehler. Warum fällt es dem Menschen so schwer, seine egozentrische Identität aufzugeben? Weil die Menschheit die Große Einheit verlassen hat. Das Bewusstsein des Menschen ist ein Trennungsbewusstsein. Das Gegenstück zur Trennung, die Einheit, findet der Mensch in dem geistigen Kern in seiner Mitte. Er ist ein Steinchen, vor Urzeiten herausgefallen aus dem Mosaik der göttlichen Schöpfung. Wer seinem eigenen Widerstand widersteht und  den Geist der Einheit in sich lebendig werden lässt, wird vom „Fluss des Lebens“ durch sein Mit-Bewegen in eine widerstandsfreie Zone aufgenommen. Sein Bewusstsein überbrückt die Polarität von Zeit und Ewigkeit.

Das Geheimnis des Herzens, Teil 2: Das Herz – ein Heiligtum?

Dieses Sehnen nach dem Unirdischen, Unsagbaren gab es zu allen Zeiten.

In der Schule des Rosenkreuzes wird diese Art des Begehrens nach Höherem, nach Erfüllung und Vollendung, „Heilbegehren“ genannt. Es ist der innige Wunsch, wieder heil, ganz, vollkommen zu werden. Das Herz ist dann nicht nur eine Begierdenhöhle, sondern auch ein Heiligtum, in dem sich göttliche Kräfte manifestieren können.

RosenherzDas Herz als Mitte des Menschen erfüllt mehrere Aufgaben: es ist der „Motor“ des körperlichen Lebens, das Zentrum der Seelenkräfte und die Eingangspforte für die Schwingungen des Geistes. So gruppieren und vereinigen sich letztlich die Wirksamkeiten von Körper, Seele und Geist im Herzen.

Nun kommt es darauf an, welcher Stimme wir Gehör schenken. Lassen wir uns vom irdischen Begierdenstrom mitreißen oder folgen wir unserer Sehnsucht, das Übernatürliche zu erfahren? Hier gilt, wie es im Evangelium heißt: „ Wo euer Schatz ist, da ist euer Herz“.

Vielleicht beginnen wir zu begreifen, dass diese Sehnsucht nach dem Ursprünglichen nicht aus uns selbst kommt, sondern von einer Instanz im Herzen ausgeht, die das Geistige kennt und danach strebt, sich wieder mit ihm zu vereinigen. Auch hier erhalten wir einen Hinweis im Evangelium: „Das Königreich Gottes ist in euch, es ist euch näher als Hände und Füße“.

Es befindet sich also in der Mitte des Menschen. Aber die göttliche Welt liegt zunächst nur als ein schlafendes Prinzip im menschlichen Herzen verborgen.

Wie ein Samenkorn kommt es zu Wachstum und Reife, wenn wir ihm Pflege und Nahrung zur Verfügung stellen. Wenn der göttliche Kern im Herzen sich entfaltet, wird nach und nach unsere tiefste Sehnsucht gestillt, der Mangel wird bleibend behoben. Das Herz wird zum Tempel des Geistes. Unser Herzenswunsch wird erfüllt.

Das Geheimnis des Herzens, Teil 1: Das Herz – ein Kampfplatz

Wenn wir einen Menschen betrachten und nach seinem Mittelpunkt fragen, werden wir fast zwangsläufig zu seinem Herzen geführt. In der Tat steht das menschliche Herz buchstäblich im Zentrum des Geschehens. Es versorgt alle Zellen und Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen. Wenn das Herz beginnt seinen Dienst zu versagen, sind die Stunden des Menschen gezählt.

RosenherzIn alten Zeiten wurde das Herz als Sitz der Seele und als Quelle unserer Wünsche, Begierden und Verlangen angesehen. Die ganze Skala der Gefühle, von Liebe bis Hass, ist dort zu Hause. Das Herz ist unser Empfindungsorgan. Durch seine Brille nehmen wir die Welt war, verteilen wir Sympathie und Antipathie an die Mitmenschen.

Oft erfahren wir das Gefühl innerer Spannungen. Dann kommen die Gefühle mit den Gedanken in Konflikt. Meistens und letztendlich behalten die Gefühle die Oberhand, verlangen die Begierden nach Befriedigung. Der Verstand hat das Nachsehen. „Was das Herz nicht will, kommt in das Haupt nicht hinein“.

Im Lauf der Zeiten wurden die verschiedensten Methoden angewandt, um das Herz zu kultivieren, doch von Zeit zu Zeit drängen die Begierden aus den Tiefen des Menschen an die Oberfläche. Oft hält der dünne Kulturfirnis aus Moral und Erziehung den Druck nicht aus und zerreißt. Der Mensch zeigt unverblümt seinen Egoismus und seine Selbstbehauptung.

Täglich steigen unzählige Wünsche aus unserem Herzen auf. Manche davon richten sich auf das materielle Leben, andere zeigen sich als Bedürfnisse unserer Seele, und schließlich empfinden wir manchmal eine Sehnsucht nach etwas Höherem, nach dem Absoluten, das wir nicht kennen und das mit Worten nicht zu beschreiben ist.

Jeder kennt die Erfahrung, dass dieselben Wünsche immer wiederkehren. Anscheinend lassen sie sich auf Dauer und nie endgültig zufrieden stellen.

In beinahe unendlichem Kommen und Gehen der Dinge, im beständigen Wandel der Welt berauschen wir uns an der Vielfalt immer neuer Formschöpfungen und treten damit ein in den Kreislauf von Begehren – Verführung der Sinne – und dem Begehren nach noch mehr. Wir verlieren uns im Schein der äußerlichen Welt.

Es gibt nichts, was der Mensch nicht begehren würde. Macht, Reichtum, Ehre – alles zieht er in seinen Bannkreis hinein. Auch hohe Ideale von Menschlichkeit, Vollkommenheit, Einheit sehnt er herbei.

Dabei empfindet er zuweilen einen Mangel, den er sich nicht erklären kann. Die Sehnsucht des Menschen nach Erfüllung ist manchmal so stark, dass für einen Moment die irdischen Wünsche verblassen. Und in diesem Augenblick kann er eine Impression des ganz Anderen empfangen, wofür es keine Worte gibt.

Im zweiten Teil geht es um das Herz als Heiligtum.

Weihnachten – die Geburt des Lichtes im Menschen

Jährlich am 24. Dezember wird das Weihnachtsfest gefeiert und der Geburt Jesu Christi vor rund 2000 Jahren gedacht. Die christliche Welt begeht den Heiligen Abend meist als Familienfest mit gegenseitigem Beschenken.

LichtWeihnachten hat in seiner heutigen Form die Werte der Tradition weitgehend verloren, es ist zu einem kommerziellen Kult geworden. Der Einzelne kann die historische Heilstatsache kaum mehr in einen aktuellen Bezug zu sich selbst setzen. Wer kennt noch die tiefere Bedeutung der Worte „stille Nacht, heilige Nacht“, Weih-Nacht, Heiligabend oder Christfest? Dennoch stimuliert das „künstliche“ Licht der Weihnachtsbeleuchtung und der unzähligen Kerzen die Erinnerung an … ja woran?

Das Licht weckt die Sehnsucht der Menschen nach wirklichem Licht, nach innerer Erleuchtung. Die Weihnachtsgeschichte wird jedoch erst dann eine erfahrbare Wirklichkeit, wenn „Christus – das Licht der Welt“ im Herzen geboren wird.

Angelus Silesius, ein christlicher Mystiker, drückte es vor 350 Jahren so aus: „Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir, so wärst du doch verloren“.

Warum verloren? Weil das symbolische Ritual des Weihnachtsfestes das verdunkelte Bewusstsein des Menschen nicht erhellen kann. Trotz der äußeren Bemühungen, sich dem Mysterium der geweihten Nacht zu nähern, wird er ohne die reale innere Erfahrung der unsterblichen Christuskraft vergehen.

Denn: Nur aus einem neuen Samen kommt ein neues Geschöpf, heißt es in der alten Weisheit. Das bedeutet, dass aus dem „Samenkorn Jesu“ eine umfassende Neuschöpfung entstehen kann, der geistige Mensch. Der weihnachtliche Mythos wird ergründet, wenn der Mensch seinem Leben eine fundamental neue Richtung gibt. Wenn er den Impulsen des göttlichen Lichtfunkens in seinem Herzen folgt, um die Nacht seiner Seele zu erhellen. Licht ist das Symbol für Erkenntnis, für ein neues Bewusstsein. Im Evangelium wird geschildert, wie sich die unsterbliche Seele, Jesus, entwickelt und schließlich vom Geist berührt wird. Als Christus, als wiedergeborener, erneuerter Mikrokosmos, geht er in das Ewige Leben ein. Deshalb ist die innerlich erlebte Christnacht das zentrale Ereignis in einem Menschen-leben: Der Beginn eines neuen Menschseins.

Die 7 Briefe des Online-Seminars beschreiben, wie sich der Mensch auf die innere Lichtgeburt vorbereiten und so Jesus, seiner neuen Seele, den Weg bereiten kann.

Advent – Tradition oder Vorbereitung für den Neuanfang?

Die Adventszeit beginnt ungefähr vier Wochen vor Weihnachten. Advent bedeutet übersetzt: Ankunft. Wer oder was kommt an? Schon im frühen Mittelalter sprach man von Adventus Domini, der Ankunft des Herrn. In der christlichen Tradition bereiten sich die Menschen während dieser Wochen auf Weihnachten, die Geburt Jesu Christi, vor. Es gibt unzählige Gebräuche, die Zeit bis zur Ankunft des Christkindes zu gestalten. Fast jeder hat es von Kindertagen an bis heute in der einen oder anderen Form erlebt: An jedem der vier Adventssonntage wird am Adventskranz nacheinander eine der vier Kerzen entzündet, im Adventskalender wird täglich eines der 24 Türchen geöffnet, ein Lichterbogen wird ins Fenster gestellt. Und es ist die Zeit der Wunschzettel sowie der Weihnachtseinkäufe.

nodeid7830_rosenherz2Was bedeutet die Ankunft des Jesuskindes und seine Geburt in der Heiligen Nacht – jenseits von religiösem Brauchtum und Konvention? Spirituell verstanden ist es kein einmaliges Geschehen, das vor rund 2000 Jahren in Palästina stattfand, sondern das Symbol für ein Ereignis, das sich jederzeit in jedem Menschen vollziehen kann. Es ist die Geburt einer neuen, aus dem Geistkern geborenen Seele, die die Grundlage für den geistigen Weg bildet.

Dazu ist ein Prozess der inneren Verwandlung nötig, der sich in den Wochen vor der Weihe-Nacht vollziehen muss. Ohne diese Vorbereitungszeit, die wie eine Schwangerschaft der Geburt vorausgeht, kann sich das geistige Licht im Menschen nicht manifestieren.

Der Mensch, der aus innerer Sehnsucht nach geistiger Erneuerung seines Wesens strebt, kann jeden Tag mit seiner persönlichen Adventszeit beginnen.

Die 7 Briefe des Online-Seminars können die Grundlage bilden, um sich auf die praktische Umsetzung der Rosenkreuzer-Philosophie vorzubereiten und so der inneren Lichtgeburt entgegen zu leben.

Adventszeit – Zeit des Ankommens bei der Liebe

Öffne jetzt die Türen zu deinem Herzen!

Dieses Online-Seminar ist der Liebe gewidmet und damit dem Herzen jedes Menschen, der an diesem Abend dabei ist. Im Zentrum steht die Frage unseres persönlichen ‚Advents‘, unseres Ankommens bei uns selbst, unserer Wahrheit und bei unserem Herzen, das nichts will außer zu lieben und diese Liebe in der Gemeinschaft zu feiern.

Am Ende eines sehr unfriedlichen und für viele beunruhigenden Jahres bietet dieser Dezember jedem von uns eine exzellente Gelegenheit, den ersehnten Frieden, die Freude, innere Ruhe und das Vertrauen ins Leben zu finden oder zu vertiefen.

Das Reich des Kaisers und das Reich Gottes (Spiritualität und Gesetz, Teil 2)

Wenn man die Evangelien im Neuen Testament als Beschreibungen eines spirituellen Weges liest, kann der folgende Spruch eine Orientierung geben.

„So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“.
(Matt. 22,21)

 

Greif
Greif

Hier werden zwei unterschiedliche Dimensionen angesprochen: das „Reich des Kaisers“ und das „Reich Gottes“. Kaiser und Gott symbolisieren zwei ganz unterschiedliche Welten. Der Kaiser steht für das Außen, zum Beispiel für die Regierung, für die Familie, für das tägliche Leben. Gott steht für das Innen des Menschen, für die geistigen Dinge, für ein spirituelles Leben.

Der Spruch macht deutlich, dass der Kaiser die Rahmenbedingungen für das irdische Leben vorgibt. Er fordert seinen Tribut, eine Art Steuer, zum Beispiel muss man für den Lebensunterhalt sorgen, sich um die Familie kümmern, soziale Verpflichtungen verantwortungsvoll erfüllen. Und sogar das Leben wird am Ende durch den Tod zurückgefordert.

Was muss man Gott, dem Geist „geben“? Der Mensch, der einen spirituellen Weg beginnt,  „schenkt“ Gott sein Herz und seine Hingabe. Er sehnt sich nach Erlösung und Befreiung. Mehr und mehr wird er Erkenntnis in Lebenspraxis umsetzen. Später wird er auf der Basis seines erneuerten Seelenbewusstseins alle Menschen in ihrem spirituellen Streben unterstützen wollen.

Äußere und innere Gesetze

Das Verhältnis zwischen irdischen Erfordernissen und spirituellem Streben bilden keinen Gegensatz. Als Doppelwesen lebt der Mensch in zwei Welten gleichzeitig. Er besitzt eine sterbliche Persönlichkeit und einen unsterblichen Geistkern, aus dem sich durch ein spirituelles Leben einmal der geistige Mensch entwickeln kann.

Der Spruch „So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“ dient vor allem dazu, dass das Außen und Innen nicht verwechselt wird. Mit den Dingen dieser Welt kann Gott nichts anfangen und umgekehrt, die inneren, geistigen Werte sind nur für den  spirituellen Menschen bestimmt, nicht für das äußere Leben.

Jede Art spiritueller Entwicklung, auch das Schülertum in der Geistesschule des Rosenkreuzes, gründet sich auf geistige Gesetzmäßigkeiten. Sie sind in spirituellen Texten überliefert und werden durch die Erfahrungswerte von Menschen, die den Weg bereits in früheren Zeiten gegangen sind, untermauert.

Die Empfehlung, zum Beispiel Fleisch, Alkohol und Tabak zu vermeiden, bezieht sich auf die Reinigung des Körpers der Persönlichkeit. Die Geburt und das Wachstum der neuen Seele werden gefördert, wenn der Schüler sich bemüht, auf seine Gedanken und Gefühle zu achten und sich immer wieder in die Stille begibt. Um solch eine Lebenshaltung in der Praxis des täglichen Lebens aufrechtzuerhalten, benötigt der Schüler ein geistiges Fundament. Durch den Besuch von Tempeldiensten erhält der göttliche Funke im Herzen genügend gnostische Lichtkraft, um alle Prozesse der Transformation im Mikrokosmos durchzuführen zu können.

Im 3. Teil geht es um das „Gesetz des Herzens“.

Gesetze – Zwang oder Hilfe? (Spiritualität und Gesetz, Teil 1)

Die Welt ist voller Gesetze! Planeten ziehen ihre Bahn am Himmel. Die Schwerkraft lässt den Teller am Boden zersplittern. Der Magnet zieht an oder stößt ab. Das Gesetz von Ursache und Wirkung, das Karma, lautet: Jede Tat hat Folgen. Und der Volksmund weiß: „Wer nicht hören will muss fühlen“. „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“.

Weidendach

Es gibt keinen Lebensbereich, der nicht von Gesetzen, Regeln und Richtlinien bestimmt wird. Manche davon wirken universell, andere sind menschengemacht.
Hilfreich ist die Unterscheidung zwischen den Gesetzen, die das irdische Leben regeln, und den Gesetzmäßigkeiten in der göttlichen Sphäre.

Der Mensch auf Erden braucht Gesetze, die ihn in eine Ordnung einbetten, ihm einen Rahmen und Halt geben. Er benötigt Leitlinien, damit er nicht völlig im Lebenskampf untergeht oder sich selbst auslöscht.

Die geistigen Gesetze dienen dazu, die Lebewesen der Schöpfung auf die nächst höhere Stufe ihrer Entwicklung zu führen. Sie garantieren, dass das geistige Potential des Menschen sich entfalten kann.

Dementsprechend spricht das Rosenkreuz in seiner Philosophie von zwei Naturordnungen: Die Gebiete des göttlichen Geistes und darin eingeschlossen, jedoch fundamental davon getrennt, das Diesseits und das Jenseits als die beiden Hälften der irdischen Welt.

In der Schule des Rosenkreuzes gibt es Vorschriften, Regeln und Richtlinien. Was ist für einen spirituellen Weg an Vorgaben grundsätzlich nötig und was kann nur individuell vom Schüler selbst entschieden werden? Das hängt von der jeweiligen Sichtweise ab! Was für den einen autoritär erscheint, ist für den anderen eine Hilfestellung. Hinzu kommt bei einigen die Neigung, sich selbst ein „Gesetzbuch“ vorzugeben, nach dem sie ihren Schülerweg gestalten.

Warum braucht die Menschheit überhaupt Gesetze? Weil seit Erscheinen des Menschen auf Erden sein Selbstbewusstsein stetig gewachsen ist und seine Individualität sich mehr und mehr ausprägt. Jede Kultur muss deshalb Regeln für das soziale, wirtschaftliche und politische Zusammenleben der Gesellschaft aufstellen, will sie auf lange Sicht Bestand haben. Mittlerweile ist die Selbstbehauptung des Menschen so stark geworden, dass der dünne Kulturfirnis nur mühsam in der Lage ist, die Egozentrik der Menschen in Schach zu halten. Die Einzelheiten präsentieren uns die Medien jeden Tag.

Der Mensch unterliegt (neben den Naturgesetzen) drei Arten von Gesetzen.

  • Für die Persönlichkeit gibt es das Bürgerliche Gesetzbuch und die kulturellen Gepflogenheiten ihres Landes.
  • Die Seele des Menschen funktioniert nach energetischen Gesetzmäßigkeiten.
  • Der geistige Kern in der Mitte des Mikrokosmos reagiert auf gnostische Gesetze.

Das bedeutet, dass die jeweils herrschenden Gesetze eng an die Eigenschaften des Lebensraumes und die Eigenart seiner Bewohner gekoppelt sind.

Im 2. Teil geht es um innere und äußere Gesetze.

Wochenend-Konferenz in Calw: Der Mensch – Schöpfer seiner Wirklichkeit, 12./13. November 2016

Mensch werde wesentlichJeder Gedanke ist Energie. Jeder Gedanke hat eine kreative, energetische Macht. Jeder Gedanke erschafft Entwicklungen, die zur Realität des Menschen werden. Mit seinen Gedanken gestaltet er die Welt. Aus welcher Kraft schöpft der Mensch?

Soweit der Mensch unbewussten Impulsen folgt, die aus seinem Inneren aufsteigen, gestaltet er seine Wirklichkeit nicht nur positiv.

In seiner Seele existiert jedoch ein Raum, der eine freie Wahl ermöglicht.

Aus dem göttlichen Kern im Inneren steigt eine Sehnsucht auf, das Absolute zu finden. Diese Sehnsucht lässt den Menschen nicht eher ruhen, bis der Mensch den Freiraum in sich immer klarer erkennt, erspürt und schließlich ganz in ihm aufgeht.

Bei dieser Konferenz geht es um den Menschen als Schöpfer seiner Wirklichkeit. Sie sind herzlich eingeladen zu einer besonderen Begegnung mit sich selbst und dem Licht des Tempelfeldes der Rosenkreuzer.

Beginn: Sa. 12. November 2016, 11:30 Uhr
Ende: So. 13. November 2016, 18:00 Uhr
Ort: Christian Rosenkreuz Konferenzzentrum Calw
Kostenbeitrag: 80 Euro
bei Unterbringung in Gruppenzimmern inkl. vegetarischer Verpflegung

Weitere Informationen und Details zur Anmeldung finden Sie hier.

Die verborgene Tür zur Identität

Schäm dich nicht, Mensch zu sein, sei stolz!
In dir öffnet sich Gewölbe um Gewölbe, endlos.
Du wirst nie fertig, und es ist, wie es sein soll.“

aus: Tomas Tranströmer, Romanische Bögen

Der, der dies sagt, hat eine ihm bisher verborgene Tür zu seiner Identität als Mensch geöffnet und sein Bewusstsein schaut zum ersten Mal in die Gewölbe seines Mikro-Kosmos. Die Persönlichkeit ist die sterbliche Gestalt, die Erde, inmitten dieses kleinen Kosmos. Der Mensch steht da und schaut gleichsam in den Himmel seiner mikrokosmischen Kugel.

MenschDie alte Weisheit beschreibt den Himmel als ein siebenfach gestuftes Gewölbe. Ob ein Menschenleben ausreicht, all diese Weiten zu erforschen? In einem dieser Gewölbe sind die Spuren der unzähligen Erdenleben eingraviert, das Karma. Diese Spuren, konzentriert zu „Sternen“, senden ihre Lichtenergie in das Haupt der Persönlichkeit. So formen sie maßgeblich den Lebensweg des Menschen. Von diesem Bild wurde einstmals der Begriff Astro-Logie abgeleitet.

Am mikrokosmischen Firmament wartet außerdem noch eine verborgene geistige Sonne auf ihre Stunde, bis die Wolken der Gedanken und Gefühle in der Atmosphäre des Mikro-Kosmos weggefegt werden und der Geist die göttliche Seele wieder erleuchten kann.

Dann ist der ursprüngliche geistige Mensch wieder geboren – unsterblich und vollkommen, so wie er sein soll: ein göttliches Ebenbild, in dem sich sein Schöpfer spiegeln kann.

[Redaktion]

Verantwortung übernehmen? Teil 3 von 3

Kosmische Verantwortung

An den großen Entwicklungen in der Welt können Einzelne nicht sonderlich viel ändern.
Außerdem gilt:

„Man kann Probleme nicht auf der Ebene lösen, auf der sie entstanden sind.“
(A. Einstein)

Das bedeutet für den spirituell strebenden Menschen, dass er sein Leben auf eine höhere Wirklichkeit ausrichtet. Dies beginnt mit seinen Gedanken, seinen Gefühlen und seinen Handlungsimpulsen. Sie wirken in seiner Umgebung, aber auch in den feinstofflichen Sphären rund um die Erde. Wie ein Spiegel reflektieren diese Felder das von den Menschen Ausgestrahlte auf die Erde zurück. Der Kreislauf der ununterbrochenen Wechselwirkung kann praktisch nicht unterbrochen werden. Darum ist die Welt so wie sie ist. Der Weg der Veränderung verläuft von innen nach außen. Ein universell gültiges Gesetz besagt, dass höhere Schwingungen niedrigere Schwingendes durchdringen, beeinflussen und verändern können.

Konferenzort Caux bei Nacht, mit Tempel, 1995
Konferenzort Caux bei Nacht, mit Tempel, 1995

Wenn der Mensch auf der Basis des inneren göttlichen Prinzips sein persönliches Leben nach und nach verändert, entfaltet sich daraus eine erneuerte Seele. Diese Seelenkräfte erfüllen sein Bewusstsein. Was von diesem Menschen ausstrahlt, besitzt dann eine neue Qualität, die reinigend, klärend und harmonisierend in der Welt wirksam werden kann. Dieser Mensch hat im kosmischen Sinn Verantwortung für Welt und Menschheit übernommen. Das bedeutet nicht, dass sich dadurch auf der sichtbaren Ebene der Dinge viel ändert. Aber die so erzeugten höheren Energien wirken in die Welt hinein, so dass dafür empfängliche Menschen damit in Resonanz treten können und ebenfalls beginnen, ihre geistigen Kräfte zu wecken und ihre „Antwort“ erklingen zu lassen.

Es gibt unzählige Menschen auf der Erde, die einem spirituellen Weg folgen und Verantwortung übernommen haben. Mögen die Antworten unterschiedliche Qualitäten haben – letztlich tragen sie alle dazu bei, die nächste Stufe in der geistigen Entwicklung der Menschheit ersteigen zu können.