Schlagwort-Archiv: Vollkommenheit

Silvester – Abschied vom Alten, Wechsel zum Neuen

Für die meisten Menschen ist hierzulande der Jahreswechsel ein willkommener Anlass, den letzten Tag des Jahres mit einer Silvesterfeier abzuschließen, um unmittelbar nach Mitternacht das Neue Jahr zu begrüßen. Kirchenglocken läuten, Böller und Feuerwerk werden gezündet. Es wird mit Sekt angestoßen, Glückwünsche werden verteilt und die guten Vorsätze für das kommende Jahr bekanntgegeben.

Licht im WinterEs wird auch über das Leben philosophiert, über Vergänglichkeit und über den Wunsch, wirklich einmal einen Neuanfang zu wagen. Die meisten haben die Erfahrung gemacht, dass ein echter Neubeginn in ihrem Leben so ohne weiteres nicht gelingt.

Man möchte nicht mehr so weitermachen wie bisher und fühlt sich in der Tretmühle der alten Gewohnheiten gefangen. Doch man ahnt, dass es etwas ganz anderes gibt – aber es ist schwer zu fassen.

Was ist nötig für einen wirklich neuen Anfang – ein Anfang, der zu einem grundlegend anderen Leben führen kann?

Der fragende Mensch braucht nicht im Außen nach Antworten zu suchen. Alles, was ein Mensch wissen muss, ist im Kern seines Wesens bereits angelegt, im göttlichen Funken – gleichsam ein Atom des göttlichen Feuers. Sein Wesen repräsentiert die allumfassende Liebe, die Vollkommenheit und ewiges Sein. Daran kann der Mensch, der sein Herz dafür öffnet, teilhaben. Wer die Strahlungen des Geistes in sein Wesen aufnimmt, wird durch inneres Wissen in seinem Bewusstsein erleuchtet und erhält die Kraft, um eine neue Lebenshaltung zu verwirklichen.

Solch ein fundamentaler Wechsel kann sich an einem beliebigen Tag im Lauf des Jahres vollziehen – an einem Silvestertag, unabhängig von Zeit und Raum.

Der Ursprung aller Dinge

„Die Einheit, das Eine-und-Unteilbare,
der Ursprung und die Wurzel aller Dinge,
ist als solche in allen Dingen anwesend.

Es gibt nichts ohne Ursprung.
Alles, was hervorgebracht wird, ist unvollkommen und teilbar,
kann vermehrt oder vermindert werden.
Das Vollkommene jedoch ist nichts von alle dem.“ 

Corpus Hermeticum, Siebtes Buch

Sonnensturm<br>(c) Inhaus Creative | Dieter SpearsWas sagt mir diese hermetische Botschaft, die tausende Jahre alt ist, heute?
Was fange ich damit in meinem Lebens-Alltag an?
Woher kommt die Sehnsucht nach Vollkommenheit?

Liebe als Vollkommenheit ohne Gegenpol

„In der göttlichen All-Offenbarung herrscht ein All-Rhythmus, der im kleinsten Atom anwesend ist. Dieser Seinszustand kennt keine Gegensätze, keine Schlagschatten und bringt sich unveränderlich selbst Chinesische Gnosishervor. Dort wird Gut nicht gegen Böse eingesetzt, Schönheit nicht gegen Hässlichkeit, Liebe nicht gegen Hass, kein Wahn gegen die Wirklichkeit. Die Gnosis besitzt keine Liebes-Eigenschaften, die Liebe geht nicht von ihr aus, sie ist Liebe!

Mit anderen Worten: Gottes Liebe kennt keine Richtungen, keinen Streit, keine Aktivität. Sie ist in sich selbst“.

Die Chinesische Gnosis,
Jan van Rijckenborgh / Catharose de Petri